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Medienmitteilung des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz vom 30. Januar 2008

Ein Barometer für die Umwelt – Turmfalke ist Vogel des Jahres 2008

Der Turmfalke ist Vogel des Jahres 2008 des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz. Der Falke mit dem auffälligen Rüttelflug steht in der Schweiz auf der Liste der potenziell gefährdeten Vogelarten. Nahrung und Nistplätze fehlen ihm zunehmend. Je weniger Turmfalken in einer Region vorkommen, umso schlechter ist die Lebensraumqualität. Mit zielgerichteten ökologischen Ausgleichsmassnahmen und Nistkästen kann dem Turmfalken geholfen werden.
 
Rüttelnd steht der Turmfalke über der Ackerfläche und sucht nach Mäusen. Dieses Bild wird in der Schweiz immer seltener. Der kleine Falke hat für die Nahrungssuche eine spezielle Flugtechnik entwickelt – den Rüttelflug. Damit ist er in der Lage, in der Luft praktisch an Ort zu verharren. Dies erlaubt es ihm, die Umgebung gründlich nach allfälliger Beute abzusuchen. Doch genau damit hat er in den letzten Jahren immer mehr Probleme. An manchen Orten schaut er sich vergeblich nach Beute um. In vielen Ackerflächen fehlen Bunt- oder Rotationsbrachen, Wiesenstreifen oder Niederhecken mit Säumen in denen seine Beute wie Mäuse, Amphibien oder Reptilien leben kann. Die Anzahl Turmfalken, die in einer Region vorkommen, zeigen daher die Qualität des Lebensraumes an, je weniger Falken es hat umso schlechter sind die Lebensbedingungen.

Fehlende Nistplätze
Bereits sein Name verrät, dass sich der Turmfalke gerne in der Nähe von Menschen aufhält. Vom Mittelland bis auf über 2000 Meter über Meer brüten Turmfalken. Als Brutplätze nutzen sie Nischen in Gebäuden, z.B. Kirchtürmen und Nistkasten an Scheunen aber auch alte Krähennester oder Felsnischen in den Alpen. Während die Verbreitung in den Alpen noch sehr gut ist, fehlen im Mittelland an den neuen Gebäuden häufig die nötigen Nischen oder Nistkasten.

SVS/BirdLife Schweiz fordert gezielten ökologischen Ausgleich
Der Turmfalke ist auf eine reich strukturierte Landschaft angewiesen. Insbesondere ist er von Brachen, artenreichen Wiesen, Hecken und Kleinstrukturen abhängig, wo er ein reiches Nahrungsangebot findet. Michael Schaad, Projektleiter Landwirtschaft beim SVS, ist überzeugt: „Ein dichtes Netz ökologischer Ausgleichsflächen ist deshalb für das Überleben des Turmfalken entscheidend.“ Der heutige Mangel an Strukturen muss durch Umlagerung von allgemeinen Direktzahlungen in ausreichende Zahlungen an konkrete ökologische Leistungen auf ausgeräumten Kulturlandflächen behoben werden. „Deshalb muss der Anreiz für die Bewirtschaftung von Brachen, Ackerschonstreifen und Hecken verstärkt werden. Damit der Turmfalke auch weiterhin zum Landschaftsbild der Schweiz gehört, müssen die ökologischen Direktzahlungen verstärkt werden“, so Schaad.

Sowohl in Scheunen im Kulturland wie auch an höheren Häusern am Siedlungsrand können für Turmfalken Nistkasten aufgehängt werden. In Neubauten können so genannte Niststeine (welche es auch für andere Vogelarten gibt) direkt beim Bau in die Mauer integriert werden. Die rund 500 Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS, die Natur- und Vogelschutzvereine in den Gemeinden, beraten Interessenten gerne dazu.

Ein A3-grosses Poster zum Turmfalken kann beim Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz für Fr. 1.– in Briefmarken bezogen werden. Bitte senden Sie ein an Sie adressiertes C5-Couvert an: Schweizer Vogelschutz SVS, Postfach, 8036 Zürich. Weitere Informationen zum Vogel des Jahres 2008 finden Sie unter www.birdlife.ch/turmfalke

 


Pressebilder

Rüttelnder Turmfalke 
Turmfalken suchen ihre Beute gerne in ökologischen Ausgleichsflächen. Der SVS/BirdLife Schweiz fordert daher ausreichende Zahlungen für qualitativ gute Ausgleichsflächen.

Foto: Peter Buchner

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Sitzender Turmfalke
Der Turmfalke steht auf der Liste der potentiell gefährdeten Vogelarten der Schweiz, obwohl er weltweit einer der häufigsten Falken ist. Er ist ein Barometer für die Qualität unserer Umwelt.

Foto: Ruedi Aeschlimann

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Junge Turmfalken im Nistkasten
Die Sektionen des SVS/BirdLife Schweiz fördern den Turmfalken indem sie Nistkästen aufhängen, die der Vogel gerne akzeptiert.

Foto: Hansruedi Aeschlimann

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Aufgewerteter Lebensraum
Turmfalken nutzen gerne ökologische Ausgleichsflächen zur Nahrungssuche. SVS/BirdLife Schweiz setzt sich daher für einen gezielten ökologischen Ausgleich ein.

Foto: Schweizer Vogelschutz SVS, Zürich

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.

 


Medienmitteilung downloaden


Weitere Informationen

Für weitere Auskünfte steht Ihnen gerne Michael Schaad, Projektleiter Landwirtschaft, zur Verfügung: Tel. 044 457 70 26, michael.schaad@birdlife.ch

 

 

 
     
 

© Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Postfach, Wiedingstrasse 78, 8036 Zürich, Tel. +41(0)44 457 70 20, Fax +41(0)44 457 70 30, svs(at)birdlife.ch, www.birdlife.ch, PC 80-69351-6

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