Medienmitteilung zum Internationalen Jahr der Biodiversität vom 12. Januar 2010
Bundesrat Moritz Leuenberger und Ständeratspräsidentin Erika Forster lancieren das Jahr der Biodiversität
Bundesrat Moritz Leuenberger und Ständeratspräsidentin Erika Forster sowie
Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Organisationen
haben am 12. Januar 2010 das Internationale Jahr der Biodiversität in der
Schweiz lanciert. Die Biodiversität ist für das Leben und die Entwicklung der
Menschheit von grundlegender Bedeutung. Da sie jedoch überall im Rückgang
begriffen ist, sind Massnahmen zu ihrem Schutz dringend notwendig. Darauf
weisen zahlreiche Aktivitäten hin, die übers ganze Jahr verteilt in unserem
Land stattfinden werden.
„Biodiversität ist Leben“ lautet die Devise des Internationalen Jahres der
Biodiversität. Die Biodiversität umfasst alle Arten, ihre genetische Vielfalt und die
Ökosysteme auf unserem Planeten. Sie ist für das Überleben und die Entwicklung
der Menschheit von existenzieller Bedeutung. So stammt beispielsweise ein Drittel
aller Nahrungsmittel von Pflanzen, die durch wild lebende Tiere bestäubt werden. Die Ökosysteme tragen zur guten Qualität des Trinkwassers bei und spielen eine
wichtige Rolle als Schutzzonen bei Überschwemmungen und anderen
Naturereignissen (Faktenblatt 1) Die Erhaltung der Biodiversität ist von zentraler
Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung der Schweiz, weil sie das ökologische
Gleichgewicht, aber auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Prosperität garantiert.
Die Biodiversität generiert in der Schweiz jedes Jahr Milliarden von Franken
In Bern haben Bundesrat und Umweltminister Moritz Leuenberger sowie
Ständeratspräsidentin Erika Forster zusammen mit dem Forum Biodiversität
Schweiz, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura, WWF,
zooschweiz und dem Schweizerischen Bauernverband SBV am 12. Januar 2010 das
Jahr der Biodiversität in der Schweiz lanciert.
Moritz Leuenberger wies darauf hin, dass die Erhaltung der Biodiversität nicht nur
eine ethische Verantwortung ist, sondern sich auch wirtschaftlich lohnt. Biodiversität
schafft vor allem durch die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie den
Tourismus jedes Jahr Werte in der Höhe von Milliarden von Franken. Sie ist jedoch
wegen des Rückganges und der Zerschneidung der Lebensräume sowie der immer
noch ungenügenden Qualität der Ökosysteme in der Schweiz wie auch weltweit
rückläufig (Faktenblatt 2). Um die Biodiversität als wichtige natürliche Ressource zu
erhalten, sind auf politischer Ebene Massnahmen zu ihrer Erhaltung nötig. Die
Schweiz erarbeitet derzeit eine nationale Strategie und wird sich auch international
für den Schutz der Biodiversität einsetzen (siehe Faktenblatt 4).
Biodiversität – ein grundlegendes Element unseres täglichen Lebens
Biodiversität liefert uns Nahrung und Medikamente sowie Erholungs- und
Freizeiträume. Ständeratspräsidentin Erika Forster betonte an der Eröffnungsfeier im
Bahnhof Bern, dass die Biodiversität für unser tägliches Leben von grundlegender
Bedeutung ist. Sie nahm die Anliegen von jungen Vertreterinnen und Vertretern der
Umweltschutzverbände und des Bauernverbands entgegen. Diese wünschen sich,
,dass sich möglichst viele Leute der Biodiversität bewusst werden (Pro Natura), dass
Bundesrat und Parlament für die Zukunft der Schweiz eine griffige
Biodiversitätsstrategie beschliessen (SVS/BirdLife Schweiz), dass die bäuerlichen
Familienbetriebe vielfältig und nachhaltig produzieren können (SBV), dass wir zur
Biodiversität, die für uns arbeitet, Sorge tragen (WWF) und dass Pinguine mit Hilfe
der Schweiz auch weiterhin einen Platz auf unserer Welt finden (zooschweiz).
Als akustisches Erkennungszeichen des Jahrs der Biodiversität ertönte an der
Eröffnungsfeier im Bahnhof Bern Grillengesang (Kasten 3).
Wichtige Veranstaltungen im Jahr 2010
Zahlreiche Partner beteiligen sich am Internationalen Jahr der Biodiversität. Nebst
land- und forstwirtschaftlichen Kreisen sind auch Unternehmen, Kantone,
Gemeinden und Städte mit von der Partie. Wichtige Veranstaltungen sind der
NATUR-Kongress „Biodiversität – unsere Zukunft“, der vom 11. – 14. Februar in
Basel stattfindet, die Tage der Artenvielfalt, die der SVS/BirdLife Schweiz vom 28.
Mai bis am 13. Juni durchführt, die 10'000 Aktionen des WWF sowie die Tour der„Arche der Biodiversität“ von Pro Natura. Ebenfalls erwähnenswert sind die
Aktivitäten, welche zooschweiz zum Beispiel im Tierpark Goldau durchführen wird,
die Info- und Ausstellungsmodule zu Landwirtschaft und Biodiversität oder die
zahlreichen Aktivitäten der Stadt Zürich. Die Liste aller Veranstaltungen findet sich im Internet unter www.biodiversitaet2010.ch (Faktenblatt 3).
KASTEN 1 Weltweite Mobilisierung für die Biodiversität
Die Biodiversität ist weltweit in einem starken Rückgang begriffen. Dies ist
insbesondere darauf zurückzuführen, dass natürliche Lebensräume vom Menschen immer stärker genutzt werden und die Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung zunimmt. Fast 60% der weltweiten Ökosysteme sind bedroht. Die Aussterberate der Arten ist 100 bis 1000 Mal höher als die natürliche Rate.
Das Verschwinden von Arten und Lebensräumen hat einen grossen Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschheit. Die internationale Gemeinschaft hat die
Notwendigkeit anerkannt, sich für den Erhalt der Biodiversität zu engagieren. Die
Staaten der Vereinten Nationen haben deshalb beschlossen, 2010 zum Jahr der
Biodiversität auszurufen. Am 11. Januar eröffnete die deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel die Aktivitäten auf internationaler Ebene.
Die Staaten werden an der zehnten Vertragsparteienkonferenz zur Biodiversitätskonvention Rechenschaft darüber ablegen, was sie für den Erhalt der
Biodiversität unternommen haben. Mehr als 190 Staaten werden im Oktober 2010 in Nagoya, Japan, an dieser Konferenz teilnehmen. |
KASTEN 2 Die Wünsche der Nichtregierungsorganisationen
Wir alle müssen einen Teil zum Erhalt der Biodiversität leisten. Wir erwarten auch
vom Bundesrat und allen Politikerinnen und Politikern, dass sie alles in ihrer Macht
Stehende unternehmen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. (Pro Natura)
Wir wünschen uns in der ganzen Schweiz, besonders auch in unseren Siedlungen, mehr Biodiversität. Für uns, aber auch für die Tiere und Pflanzen. Deshalb erwarten wir, dass Bundesrat und Parlament für die Zukunft unseres Landes eine griffige Biodiversitätsstrategie beschliessen. (SVS/BirdLife Schweiz)
Die Schweiz hat eine grosse Vielfalt an Agrarlandschaften, Lebensräumen und
Ökosystemen mit einer Fülle an Pflanzen- und Tierarten. Die Bauernfamilien
gestalten und pflegen diese. Sie stellen damit eine wichtige Basis für die Biodiversität zur Verfügung. Wir wünschen uns Rahmenbedingungen, die es unseren Familienbetrieben erlauben, weiterhin multifunktional, nachhaltig, aber auch vielfältig zu produzieren. (SBV)
Unzählige Lebewesen arbeiten hart für uns, ohne dass wir es merken. Nur dank
diesen Lebewesen haben wir sauberes Wasser, fruchtbare Erde und Sauerstoff. Wir müssen der Biodiversität Sorge tragen! (WWF)
Pinguine und Waldrappe, Elefanten und Bären, alle Tiere und ihre Lebensräume
gehören zu unserer Welt. Sie faszinieren und inspirieren uns und wir können viel von ihnen lernen. Ich wünsche mir, dass sie auch noch bei meinen Enkeln und Urenkeln einen Platz auf dieser Erde haben und nicht nur in Zoos zu sehen sein werden. (zooschweiz) |
Kasten 3 Grillengesang: das Ton-Logo zum Internationalen Jahr der
Biodiversität
Die Eröffnung des Biodiversitätsjahres in der Halle des Bahnhofs Bern wurde
akustisch durch den Gesang von Grillen eingeläutet. Als «Ton-Logo» wird dieses
Geräusch auch weitere Aktivitäten des Internationalen Jahres der Biodiversität
begleiten. Radio- und Fernsehstationen können es ab dem 12. Januar 2010, 8 Uhr
unter der Adresse www.biodiversitaet2010.ch/gesang herunterladen |
Pressebilder
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An der offiziellen Eröffnung des Internationalen Jahrs der Biodiversität überreichen Mitglieder von SVS-Jugendgruppen Ständeratspräsidentin Erika Forster (Mitte) zwei Mehlschwalbennester.
Foto: Andreas von Gunten
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Weitere Informationen
Auskünfte erteilen Ihnen gerne:
• Daniel Bach, Pressesprecher UVEK, Tel. 031 322 55 48
• Elisabeth Maret, Informationsbeauftragte, BAFU, Tel. 031 323 28 69, 079 371 62
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• Jürg Jordi, Leiter Fachbereich Kommunikation, BLW, Tel. 031 322 81 28
• Daniela Pauli, Geschäftsführerin Forum Biodiversität Schweiz, Tel. 079 844 01 36
• Werner Müller, Geschäftsführer SVS/BirdLife Schweiz, Tel. 079 448 80 36
• Urs Tester, Leiter Biotope und Arten Pro Natura, Tel. 079 534 16 32
• Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität, WWF, Tel. 078 667 34 46
• Peter Dollinger, Geschäftsführer zooschweiz, Tel. 031 371 82 42
• Heinz Hänni, Leiter Energie und Umwelt SBV, Tel. 079 510 17 75
Links
• www.biodiversitaet2010.ch
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