Naturschutz im Kulturland
Nachdem die Natur während Jahrzehnten im Kulturland zurückgedrängt
worden war, starteten in den 1990er Jahren Programme zur Ökologisierung
der Landwirtschaft. Der SVS hatte mit seiner Hecken-Kampagne
(ab 1979) und seinem Einsatz für Obstgärten, Wiesen, Weiden
und Kleinstrukturen mit zu dieser Entwicklung beigetragen,
unter anderem im Nationalen Forum für den ökologischen Ausgleich
NföA, in welchem der SVS seit der Gründung im Jahre 1996 aktiv
mitarbeitet. Durch diese Facharbeit und über politische Einflussnahme
möchten wir ideale Rahmenbedingungen für einen quantitativ
ausreichenden, qualitativ hochstehenden und den regionalen
Besonderheiten angepassten ökologischen Ausgleich schaffen,
damit Feldlerche, Braunkehlchen, diverse Schmetterlingsarten
und viele andere Arten den nötigen Lebensraum finden.
Aus Sicht des SVS werden sich die Direktzahlungen an die
Landwirtschaft nur dann langfristig begründen und sichern
lassen, wenn sie auf von der Allgemeinheit erwünschte Wirkungen
ausgerichtet werden. Dazu gehört in erster Linie auch die
Sicherung der Biodiversität.
Quantität und vor allem Qualität der ökologischen Ausgleichsflächen
müssen deutlich gesteigert werden. Da viele Arten erst mit
Verzögerung reagieren, müssen die Massnahmen im ökologischen
Ausgleich langfristig gesichert werden. Ein Mittel dazu ist
die Ökoqualitätsverordnung ÖQV. Der SVS hat die Ausgestaltung
der ÖQV entscheidend mitgeprägt, mit welcher der Bund beabsichtigt,
mit finanziellen Anreizen die Qualität von ökologischen Ausgleichsflächen
zu verbessern und gleichzeitig deren fachgerechte und vernetzte
Lage im Landwirtschaftsgebiet zu fördern. Zudem fordert der
SVS Biodiversitätsvorranggebiete im Kulturland.
Mit der Beratung in Projekten, mit konkreten Artenförderungsprogrammen, von denen viele den Kulturlandvögeln zugute kommen, mit der Facharbeit in vorbereitenden Kommissionen und mit der Einflussnahme auf die Politik (Agrarpolitik 2011) arbeitet der SVS darauf hin, dass das Kulturland wieder zum Lebensraum gefährdeter und früher häufiger Arten wird. Der SVS führt zudem für einzelne Arten und Lebensräume besondere Projekte durch. Schutz, Pflege und Neupflanzung von Hecken beschäftigen den SVS weiterhin stark. Der SVS setzt sich für extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden ein.
Hochstamm-Obstgärten leisten einen grossen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität in der Schweiz. Der SVS setzt sich auf verschiedenen Ebenen für die Erhaltung dieses Lebensraums ein. Er hilft mit, den finanziellen Anreiz zu stärken, damit sich die Pflege von Hochstamm-Obstgärten für die Bäuerinnen und Bauern wieder lohnt, er versucht, die Wertschätzung von Hochstamm-Obstgärten als Landschaftselement zu erhöhen und setzt sich im Vorstand von Hochstamm-Suisse für die Vermarktung von Produkten ein, die zu 100% von Hochstamm-Obstbäumen stammen.
- Hochstamm-Obstgärten >>>
- Feuerbrand >>>
- Aktuellste Zahlen zum ökologischen Ausgleich (7. April 2010) PDF 547 kB
|
 |

Bild: Peter Rüegg
|