Die interessante Brutbiologie des Kuckucks
In Mitteleuropa ist unser Kuckuck die einzige Vogelart, die ihre Eier nicht selber ausbrütet, sondern sie ins Nest anderer Arten legt. In der Schweiz sind über 30 Arten als Wirtsvögel des Kuckucks nachgewiesen, am häufigsten Hausrotschwanz, Teichrohrsänger, Bachstelze, Rotkehlchen und Bergpieper. Ein Weibchen legt seine bis zu 25 Eier pro Jahr einzeln und in die Nester meistens nur einer Wirtsart. Die wichtigsten dieser Arten sind zwar noch häufig, möglicherweise sind aber Rückgänge einzelner Wirte für die Abnahme des Kuckucks mitverantwortlich.
Vom Winterquartier ins Brutgebiet.
Der Kuckuck verbringt den Winter im östlichen Afrika. Im März beginnt er mit guten Fettreserven seine Wanderung zurück ins Brutgebiet. Das Flugbild erinnert an einen Falken oder Sperber.
Kuckuck-Ruf: der Balzgesang.
In der zweiten Aprilhälfte kommt der Kuckuck bei uns an. Mit seinem monotonen "kuck-uck" wirbt das Männchen um Weibchen. Der bekannte Ruf ist damit eigentlich der Balzgesang.
Stumme Eiablage im Versteckten.
Der Ruf des Weibchens ist ein schneller Triller. Wenn es jedoch ein Wirtsnest zur Eiablage sucht, ist es möglichst stumm: Der Wirtsvogel soll das Kuckuck-Weibchen nicht entdecken.
Ein Ei legen, eines verschlucken.
Das Kuckuck-Weibchen legt das Ei direkt ins Nest seines Wirtsvogels. Damit die Nestbesitzer den Schwindel nicht merken, frisst es eines ihrer Eier.
Die Kuckuck-Eier sind meist in Farbe und Sprenkelung an die der Wirte angepasst. Es gibt 16 Ei-Varianten; jedes Kuckuck-Weibchen legt nur einen Ei-Typ.
Früh schlüpft, wer gross werden will.
Bereits nach 12 Tagen Bebrütungszeit schlüpft der junge Kuckuck. Das ist meist früher als die Jungen der Wirtseltern. Der noch blinde junge Kuckuck wirft die anderen Eier kurzerhand aus dem Nest.
Einer frisst für viele.
Der junge Kuckuck ist nun also allein und wird von den Wirtseltern so intensiv gefüttert, wie wenn sie mehrere Junge zu betreuen hätten. Manchmal merken diese aber den Betrug und verlassen die Brut.
Zweimal drei Wochen bis zur Selbständigkeit.
Nach 21 - 23 Tagen verlässt der vollgefütterte, junge Kuckuck das Nest. Weitere drei Wochen füttern ihn dann seine Stiefeltern ausserhalb des Nestes.
Ab in wärmere Gefilde.
Bereits im Juli/August verlassen die alten und jungen Kuckucke unser Land. Sie ziehen einzeln und sind zu dieser Jahreszeit recht heimlich. Die Mauser findet hauptsächlich im Winterquartier statt.
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