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Vogel des Jahres 2004: Die Rauchschwalbe

 

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Elegante Flugjägerin

Die Rauchschwalbe zeichnet sich durch eine schlanke Gestalt, spitze Flügel und einen tief gegabelten Schwanz mit auffallend langen Schwanzspiessen aus.
Männchen mit den längsten Schwanzspiessen sind übrigens für die Weibchen besonders attraktiv.
Die Oberseite ist glänzend blauschwarz, die Unterseite schmutzig weiss mit dunklem Brustband und kastanienrotem Gesicht.


Zwitschernde Telefondrähte

Der gemütliche, plaudernd-zwitschernde Gesang, oft von einer freien Warte, wie einer Telefonleitung, vorgetragen und die munteren, bei Gefahr auch aggressiv klingenden Flugrufe der Rauchschwalbe gehören zum typischen, vertrauten Klangbild eines Bauernhofes oder ländlichen Dorfes im Frühsommer.

Rauchschwalben im Sinkflug

Die Rauchschwalbe lebt bei uns vor allem in ländlichen Zonen des Mittellandes. Der Bestand von 100'000 - 150'000 Paaren ging witterungsbedingt seit 2000 um rund 40 Prozent zurück. Schlimmer als dieser Einbruch, der in guten Jahren rasch wieder aufgeholt werden kann, ist, dass sie wegen Veränderungen in der Landwirtschaft in weiten Teilen Europas Nistplätze verliert und deshalb im Bestand spürbar abnimmt.


Gesellige Vielflieger

Rauchschwalben sind Langstreckenzieher und überwintern in West- und Zentralafrika. Bevor sie im September nach Süden ziehen, versammeln sie sich zu Tausenden auf Telefondrähten. Zwischen März und Mai treffen sie wieder bei uns ein. Altvögel kehren an den Brutplatz des Vorjahres zurück, die vorjährigen Jungvögel siedeln sich einige Kilometer vom elterlichen Nest an.


Anzahl Rauchschwalben-Paare in Rümlang ZH

Glücksbringer für Haus und Hof

Rauchschwalben leben mit uns Menschen in enger Gemeinschaft und gelten noch heute als Glücksbringer für den Hof. Sie brüten in Gebäuden, vor allem in Ställen und Scheunen. Sie sind wahre Meister beim Nestbau. Aus über tausend Erdklümpchen, gemischt mit Speichel und Grashalmen, fertigt das Paar das stabile und kunstvolle, nach oben offene Nest, das praktisch immer knapp unter der Decke oder einem Balken angelegt wird. So ist die Brut vor Nesträubern geschützt.


Diese Schwalbe holt im Schlick das Material, um das Nest zu bauen.

Vielfältige Landschaften mit Kleinstrukturen

Rauchschwalben bevorzugen bäuerlich geprägte Gebiete, mit vielen Kleinstrukturen. Hier finden sie im Umkreis von 300 m ums Nest genug Insekten. In ausgeräumten Landschaften oder bei schlechtem Wetter müssen sie ihre Nahrungsflüge ausdehnen, was sich oft negativ auf den Bruterfolg auswirkt. Offene Wasserflächen, Hecken, Hochstammobstgärten, Brachen, Magerwiesen, Misthaufen und das Stallinnere bieten auch bei Regen gute Jagdgründe.


120'000 Insekten für eine Brut

Rauchschwalben fressen und verfüttern ausschliesslich Insekten bis zur Grösse einer Honigbiene. Sie jagen im Flug, meist knapp über dem Boden und nicht im freien Luftraum wie die Mehlschwalbe. Schätzungsweise 120'000 oder 1.2 kg Insekten sind für die Aufzucht einer Schwalbenbrut von vier bis sechs Jungen nötig. Und viele Paare brüten zweimal pro Jahr!


Die Landschaft um den Hof muss vielfältige Kleinstrukturen aufweisen, damit die Schwalben genügend Insekten finden.

Offene Viehställe braucht das Land

Für die Rauchschwalben sind Viehställe mit Einflugmöglichkeiten zwischen März und September, geeignete Nistmöglichkeiten, Nestbaumaterial in unmittelbarer Umgebung und nahrungsreiche Landschaften lebensnotwendig.

Bilder: Jean-Lou Zimmermann, Ueli Rehsteiner, SVS/BirdLife Schweiz
Text: Urs Weibel

Vogel des Jahres

• 2001: Kuckuck
• 2002: Goldammer
• 2003: Distelfink
• 2004: Rauchschwalbe
• 2005: Mauersegler
• 2006: Eisvogel
2007: Wendehals
2008: Turmfalke
2009: Gartenrotschwanz
2010: Mehlschwalbe

 
     
 

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