Porträt

© E. Lüscher
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Systematik
Ordnung Spechtvögel (Piciformes)
Familie Spechte (Picidae)
Art Wendehals (Jynx torquilla)
Kennzeichen
Gut kleibergross, aber schlank mit länglichem Schwanz, Gefieder rindenfarbig, kurzer Schnabel. Deutliche geografische Variation. Männchen und Weibchen gleich. Jugendkleid: mehr schmutzig-graubraune Oberseite, Muster weniger kontrastreich.
Verbreitung
Europa und Asien. Nach Osten bis Sachalin, Hokkaido, Nordost-Korea, Zentralchina. In Mitteleuropa meist unter 500 Metern, in den Alpen an günstigen Stellen aber bis 1600 m.
Bestand
Im Vergleich zu den Siebzigerjahren fehlt der Wendehals heute in weiten Teilen des Mittellandes, während sich sein Verbreitungsgebiet in den Alpen und auf der Alpensüdseite nur wenig verändert hat. Bestand 1993-1996 in der Schweiz: 2000 bis 3000 Brutpaare. Im Vergleich zur Zählung von 1972-1976 wurde er 1993-1996 in 68 Atlasquadraten nicht mehr gefunden (Rückgang -22,2%).
Ursachen des starken Rückgangs: Rückgang der Obstgärten und Naturwiesen, Klimaschwankungen, Biozide, evtl. Probleme auf dem Zug und im Winterquartier.
Wanderungen
Zugvogel. Regelmässiger Durchzügler in der ganzen Schweiz, Nachtzieher. Der Herbstzug beginnt in der zweiten Augusthälfte und ist Anfang Oktober abgeschlossen. Im Frühling werden Wendehälse erst ab Anfang April regelmässig beobachtet, ab Mitte Mai ist der Zug abgeschlossen. Die Winterquartiere liegen in der Savannen- und Trockenzone West- und Zentralafrikas.
Biotop
Brutgebiete teils bewaldete bis locker mit Bäumen bestandene Landschaften, die Freiflächen zur Nahrungssuche am Boden und Rufwarten sowie Deckung und Nistplätze bieten. Für die Nahrungssuche (Ameisen) ist es besonders wichtig, dass die Krautschicht nicht zu dick und zu hoch ist. Lebensräume, die diesen Ansprüchen entsprechen können: Feldgehölze, Alleen, Parks, Obstgärten, lichte Auenwälder, Ufer und Feuchtgebiete mit Bäumen, Lichtungen und Waldränder.
Nahrung
Insekten. Zur Brutzeit vor allem Ameisen (Larven, Puppen, weniger Imagines).

© Rolf und Sales Nussbaumer
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Stimme
Nur zur Fortpflanzungszeit ruffreudig. Gesang leicht ansteigende Serie von "Wied-" oder "wäd"-Lauten, etwas in Spechtmanier. Kontaktlaute leise knurrend, Warnrufe laute an- und absteigende Serie von "Teck"- oder "töpp"-Silben.
Fortpflanzung
Geschlechtsreife im 1. Lebensjahr. Monogame Saisonehe, verteidigt Brutrevier. Nest in Spechthöhlen und anderen Baumhöhlen oder Nistkästen. Es wird kein Nest gebaut, aber alte Nester werden manchmal übernommen. Gelege: 7 bis 12 Eier, Zweitgelege kleiner und vor allem bei Verlust des Erstgeleges. Legebeginn in der zweiten Maihälfte. Brutdauer etwa 11 Tage, Huderzeit 5 Tage ohne Unterbrechung, Nestlingszeit 20 bis 22 Tage.
Alter
Bisher ältester bekannter Vogel: 10 Jahre
Quellen: "Kompendium der Vögel Mitteleuropas" (E. Bezzel), Schweizer Brutvogelatlas (Vogelwarte Sempach), Avifauna der Schweiz
Ein weiteres Porträt finden Sie auf der Rückseite des Posters (siehe unten) |