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Mit 105 Hektaren Fläche ist das Neeracherried eines
der letzten grossen national bedeutenden Flachmoore der Schweiz. Es
bietet Lebensraum für unzählige Vögel, Pflanzen,
Amphibien, Reptilien und Kleintiere. Zudem weiden im Ried Schottische
Hochlandrinder. Um den Schutz des Rieds kümmert sich seit 1927 die
Ala - Schweizerische
Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz.
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Vögel
Im Neeracherried brüten Dutzende der
typischen Riedbewohner Rohrammer und Teichrohrsänger, aber auch
das seltene Tüpfelsumpfhuhn oder die Zwergdommel.
Unübersehrbar sind im Frühling die Lachmöwen. Seit
wenigen Jahren brütet auch der Eisvogel im Ried, im Jahr 2003 gab
es drei Bruten! Dank der Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern
brütet auch der Kiebitz wieder im Ried und fällt im
Frühling mit seinem spektakulären Balzflug auf.
Im Frühling und Herbst rasten in den ausgedehnten Riedwiesen und
an den Teichen Enten und Watvögel. Häufig beobachten
lässt sich die Bekassine (Bild) mit ihrem eindrücklich langen
Schnabel. Im Frühling zeigen sich praktisch täglich
Rohrweihen, und im Herbst "tanken" Brutvögel des hohen Nordens wie
der elegante Grünschenkel oder der quirlige Zwergstrandläufer
im Neeracherried auf und rasten hier auf ihrem Zug nach Afrika.
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Pflanzen
In den Feuchtwiesen blühen verschiedene
attraktive Arten wie der die Gelbe und die Sibirische Schwertlilie
(Bild), der Zungen-Hahnenfuss sowie mehrere Orchideen wie die Weisse
Sumpfwurz.
In der Weide der Schottischen Hochlandrinder wächst die seltene
Braune Zyperbinse.
In den Hecken am Rand des Rieds lässt sich im Frühling die
Blüte der meisten einheimischen Sträucher verfolgen und im
Herbst das grosse Angebot an Beeren bestaunen.
Am Kleinstrukturen-Naturpfad liegt eine kleine Buntbrache, in der
bedrohte Wildkräuter wie Kornrade oder Kornblume wachsen.
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Amphibien, Reptilien und Fische
Häufige Amphibien sind Grünfrösche
wie der Wasserfrosch (Bild), doch auch seltenere Arten wie der
Teichmolch kommen im Ried vor. Wegen den Strassen, die das Gebiet
durchschneiden, sind Arten wie die Erdkröte oder der Grasfrosch
leider aus vielen Teilen des Rieds verschwunden.
Um Reptilien zu sehen, braucht es etwas mehr Geduld. Um so
eindrücklicher ist es, wenn man eine schwimmende
(ungefährliche) Ringelnatter oder eine Blindschleiche erblickt.
Zaun- und Mooreidechsen sieht man manchmal über die Stege oder
Seggenbülten huschen oder entdeckt sie beim Sonnenbad auf den
Steinhaufen.
Auch verschiedene Fische finden einen geeigneten Lebensraum im
Neeracherried. Besonders zu erwähnen ist der Bitterling, der seine
Eier in die Kiemen der Teichmuschel legt und sehr selten ist.
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Insekten und andere Kleintiere
Fast 40 Libellenarten wurden im Neeracherried
nachgewiesen. Neben häufigeren Arten, zum Beispiel dem Plattbauch
(Bild), findet man auch Spezialitäten wie etwa die Kleine
Binsenjungfer.
Walter Leuthold hat
die Libellen des Rieds in den letzten Jahren
untersucht und die Ergebnisse in einer lesenswerten Publikation
zusammengestellt: Download (pdf,
1.3 MB)
(Artikel publiziert in der Vierteljahrsschrift
der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich).
In den Riedwiesen und Kleingewässern lebt eine Vielzahl von
weiteren Wirbellosen, darunter einige gefährdete Heuschreckenarten
und viele verschiedene - vor allem wasserbewohnende - Käfer.
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Schottische Hochlandrinder
Die Schottischen Hochlandrinder beweiden von
Frühling bis Herbst einen kleinen Teil des Neeracherrieds. So
halten sie die Vegetation niedrig und schaffen Lebensräume
für Vögel und konkurrenzschwache Pflanzen.
Dank der Beweidung gab es in den letzten sechs Jahren wieder Bruten von
Kiebitz und Bekassine - eine kleine Sensation!
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Schutz des Rieds
Ohne den Einsatz von Naturschützern wäre
wohl auch der Rest des früheren riesigen Rieds zwischen Dielsdorf,
Steinmaur und Neerach trockengelegt worden. Deswegen setzen sich auch
heute noch die Ala - Schweizerische Gesellschaft für Vogelkunde
und Vogelschutz in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Vogelschutz
SVS/BirdLife Schweiz, der Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich und
den umliegenden Gemeinden für einen wirksamen Schutz des Rieds
ein. Hauptprobleme des Rieds sind die fehlenden Pufferzonen um das
Ried, die zunehmende Überdüngung durch Nährstoffe aus
der Luft und den umliegenden Flächen, die beiden Strassen und -
seit der Erstellung des Naturschutzzentrums zum Glück kaum mehr -
Störungen durch Passanten.
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