Bird Race 2023 - rapport

Fürobebirder4703

Teammitglieder: Niklaus Bürgi, Jan Rudolf von Rohr, Pascal Rudolf von Rohr, Anton Aeschlimann
Route: Oberbuchsiten - Kestenholz Oensingen - Flumenthal - Solothurn - Grosses Moos/Fanel
Espèces: 91

Wir starteten das Abenteuer Birdrace auf der Tiefmatte oberhalb von Oberbuchsiten am Freitagabend. Gemütliches Beisammensein sowie die leckere Grillade vom Feuer standen dabei im Zentrum. Zudem ging es natürlich auch noch darum, die letzten Details bezüglich der Route zu besprechen. Ornithologische Highlights waren aufgrund der Lichtverhältnisse beim offiziellen Start um 21.00 Uhr kaum zu erwarten. Unsere Hoffnungen beruhten aber auf dem Waldkauz. Als die Dämmerung einsetzte dauerte es nicht lange und wir bekamen ein regelrechtes Konzert geboten. Männlein und Weiblein waren sehr ruffreudig! Das einzige Problem: Es war noch nicht 21.00 Uhr. Als das Race um 21.00 Uhr offiziell startete, war vom Waldkauz natürlich weit und breit nichts zu hören. Jedoch hatten wir noch einen Fussmarsch durch den Wald Richtung Oberbuchsiten vor uns und waren daher optimistisch. Und so kam es auch: Mehrfach hörten wir Rufe durch die Wälder hallen. Wunderschön – und wir konnten die erste Art auf unserer Liste willkommen heissen!

Am Samstag trafen wir uns um 06.15 Uhr in Kestenholz. Von da fuhren wir mit unseren Drahteseln über die Felder Richtung Bahnhof Oensingen. Das erste Highlight liess nicht lange auf sich warten: Kaum gestartet kreuzte bereits eine Schleiereule den Feldweg. Das geht ja gut los! Bis zum Bahnhof ergänzten die zu erwartenden Arten wie Rotmilan, Turmfalke und Dohle unsere Artenliste. Wir verluden unsere Bikes und waren unterwegs Richtung Flumenthal, von wo wir entlang der Aare über Luterbach/Zuchwil zum Bahnhof Solothurn weiterfuhren. Eine tolle Strecke: Einerseits flogen uns mehr Arten als erwartet auf die Liste und andererseits war das Wetter perfekt, um in den führen Morgenstunden mit dem Zweirad unterwegs zu sein. Wir erreichten den Bahnhof Solothurn und konnten da unsere vorerst letzte Art auf der Liste willkommen heissen: Die Alpensegler kreisten zahlreich um die St. Ursen-Kathedrale. Im IC Richtung Neuenburg war es Zeit für eine erste Verschnaufpause und natürlich das erste Fazit. Stolze 51 Arten konnten wir in knapp 3 Stunden im Kanton Solothurn notieren, toll!

In Neuenburg bestiegen wir sogleich den Regio und fuhren weiter nach Ins, der Startpunkt unserer Tour durch das Grosse Moos und das Fanel. Wir entschieden uns, zuerst die Spots im Fanel abzuklappern und danach über die Felder Richtung Kerzers zu fahren. Mehrere Neuntöter und Silberreiher sowie ein nach Rauchschwalben jagender Sperber begrüssten uns bei unserem ersten Zwischenstopp. Die Sonne stand mittlerweile schon hoch am Himmel und die Temperatur stieg quasi von Minute zu Minute – nicht nur für uns war es heiss, auch die Vögel stellten ihre Aktivitäten merklich zurück um die Mittagszeit. Wir entschieden uns dann möglichst direkt über den Fanelwald zum Gemshoger zu fahren und da unsere Artenliste während der Mittagsrast mit möglich vielen neuen Arten zu füttern. Die Rohrweihe gaukelte wunderschön über die Schilfflächen, Grün- und Rotschenkel sowie Kampfläufer stelzten umher und der Seidenreiher suchte nach Fischen. Ansonsten war es eher ruhig und die Kormorane dominierten die Szenerie. Als wenig später die Rohrammer unsere Mittagspause beendete, entschieden wir uns zum Damm aufzubrechen. Die Wegstrapazen zahlten sich aus: Es erwartete uns ein wohl nicht alltäglicher Anblick. Ein Kampfläufer und mehrere Steinwälzer sonnten sich Seite an Seite mit einem Temminck-, Zwerg- und Alpenstrandläufer. Um das alles zu sehen brauchte man das Fernrohr kaum zu verschieben, wunderschön! Besonders die Grössenverhältnisse waren so enorm gut zu beobachten. Dass sogar noch eine juv. Zwergmöwe anwesend war komplettierte unseren erfolgreichen Ausflug auf den Damm. Nun aber schnell zurück durch das Chablais zu unseren Drahteseln und weiter Richtung Krümmi bei Kerzers. Unterwegs konnten wir noch Steinschmätzer und Kolkrabe notieren. Unser Ziel war es, die letzten 2-3 Stunden des Rennens in den Felder um Kestenholz zu verbringen. So gelang es uns noch fehlende Arten wie Schwanzmeise, Grauschnäpper und Singdrossel aufzulisten. Als schon langsam die Dämmerung einsetzte machten wir noch einen letzten Abstecher Richtung St. Peter, wo wir mit der letzten Art, dem Teichhuhn, unsere Artenlisten besiegelten.

91 Arten waren es am Schluss, welche wir während 24 Stunden im Kanton Solothurn und im Raum zwischen dem Fanel und Kerzers zu Gesicht bekamen - oder zumindest hören konnten. Müde aber sehr zufrieden schlossen wir das Birdrace 2023. Die Highlights waren wie erwähnt, die Sichtung der Zwergmöwe, des Strandläufer-Trios (Temminck, Zwerg und Alpenstrand) sowie der Rohrweihe und der Steinwälzer. Schmerzlich vermisst haben wir aber vermeintlich leichtere Arten wie den Schwarzspecht, Girlitz, Tannenmeise, Misteldrossel oder einige Grasmücken. Wir sind aber guten Mutes, diese Ergebnis im kommenden Jahr zu übertreffen. Vielen Dank an dieser Stelle allen Unterstützenden der Fürobebirder4703 für die grosszügigen Spenden sowie Birdlife für die Organisation dieses grossartigen Events!

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