Klimagerecht planen und bauen für Mensch und Natur

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz, 27.3.2018

Der Klimawandel geht nicht spurlos am Siedlungsraum vorbei – hohe Temperaturen und das Risiko für Naturgefahren nehmen zu. Massnahmen zur Anpassung an diese Entwicklung lassen sich sehr gut mit der Biodiversitätsförderung kombinieren. Damit profitieren Mensch und Natur. BirdLife Schweiz hat daher einen Leitfaden zu Begrünung von Dächern und Wänden erarbeitet.

Das letzte Jahr hat einmal mehr gezeigt, dass die Auswirkungen des Klimawandels bereits zu spüren sind. In den nächsten 50 bis 100 Jahren werden sich solche Effekte noch deutlich verstärken. Die Jahresmitteltemperatur wird um 2 bis 4 Grad zunehmen, Hitzetage werden von heute 10 bis 15 auf rund 20 bis 40 pro Jahr ansteigen, und auch die Zahl der Tropennächte wird deutlich zunehmen. In Städten und Agglomerationen werden diese Auswirkungen durch die Erhitzung von Beton und Asphalt noch deutlicher wahrnehmbar sein. Zusammen mit anderen Massnahmen helfen begrünte Dächer und Wände die Temperaturen um einige Grade zu senken.

Kühlen mit Dachbegrünungen und begrünten Fassaden

Die Rückstrahlung von Wärme kann durch begrünte Dächer und begrünte Fassaden deutlich vermindert werden. Intensiv begrünte Dächer helfen an Sommertagen, die Wärme auf Dächern von 60 Grad auf bis zu 30 Grad zu senken, da zum Beispiel Dachbegrünungen nur 40 Prozent der Strahlungsbilanz in fühlbare Wärme umwandeln. Bei unbegrünten Dächern wird rund 90 Prozent der Wärme zurückgestrahlt.

Wird auf das Dach eine Substratschicht von mindestens 20 cm ausgebracht, können Blumenwiesen gedeihen. Mit noch dickerem Substrat kann man gar Dachpärke mit Hecken und kleinen Bäumen gestalten, die zudem als Erholungsraum dienen können. Die dichte Vegetation intensiv begrünter Dächer nimmt auch Wasser auf und sorgt für dessen Verdunstung, wodurch sich das Umfeld zusätzlich um einige Grade abkühlt. Blumenwiesen und Büsche auf dem Dach sind nicht nur gute Wasserspeicher und isolieren die darunterliegenden Wohnungen, sondern dienen auch als Lebensräume für zahlreiche Insekten und Vögel. Damit diese Funktion erfüllt wird, sollen primär einheimische Pflanzen gesetzt werden. Eine extensive Begrünung mit nur wenig Erde, wie man sie heute oft sieht, kann all diese Leistungen nur in geringem Ausmass bringen. BirdLife Schweiz fordert daher, dass intensiv begrünte Dächer, begrünte Wände und Innenhöfe zukünftig Bestandteil jeder Bau- und Zonenordnung sein sollen.

Begrünte Fassaden erfüllen eine ähnlich temperatursenkende Funktion wie begrünte Dächer. Oftmals sind begrünte Fassaden bei wenig Raum die einzige Möglichkeit, ein wenig Natur in unsere Städte und Agglomerationen zu bringen. Begrünte Fassaden wirken zudem stressmildernd und bieten bei einheimischen Pflanzen ebenfalls Lebensraum für etliche Arten.
  

Leitfaden Begrünte Wände und Dächer

Der BirdLife-Leitfaden erläutert kurz die Funktionen von begrünten Dächern und Wänden und zeigt auf, worauf beim Anlegen von begrünten Dächern und beim Pflanzen von Kletterpflanzen zu achten ist. Der Leitfaden ist für Fr. 4.00 erhältlich bei BirdLife Schweiz, Postfach, 8036 Zürich oder unter svs@birdlife.ch.

 


Auskunft

Christa Glauser, stv. Geschäftsführerin BirdLife Schweiz, Tel. 044 457 70 24
  


Bilder

Begrünte Dächer mit einheimischen Pflanzen sind interessante Lebensräume und kühlen durch die Vegetation und durch verminderte Wärmerückstrahlung ihre Umgebung.

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Begrünte Wände isolieren im Winter und vermindern die Rückstrahlung von Wärme im Sommer.

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Der BirdLife-Leitfaden Begrünte Dächer und Wände zeigt, worauf bei der Anlage von begrünten Dächern und Wänden zu achten ist.

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