Spektakel am Himmel, Gefährdung am Boden: Zugvogeltage EuroBirdwatch zeigt, was Zugvögel brauchen

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 8. Oktober 2026

Am vergangenen Wochenende fanden in ganz Europa, so auch in der Schweiz, die BirdLife-Zugvogeltage EuroBirdwatch statt. Hierzulande haben an 61 Beobachtungsständen rund 3’400 Menschen gemeinsam rund 250’000 Vögel gezählt. Der jährliche Herbstzug der Vögel ist eines der spektakulärsten Naturschauspiele des Jahres – aber dieses Naturschauspiel ist bedroht. Die Mehrheit der Zugvögel sind Insektenfresser, ihre Nahrung hat stark abgenommen. Und Lebensraumverlust setzt ihnen stark zu. Gerade in der Schweiz sind die natürlichen Lebensräume und Ökosysteme stark beeinträchtigt.

Der Vogelzug begeistert – seine Beobachtung ist wichtig
Die BirdLife-Zugvogeltage EuroBirdwatch stellen den grössten gemeinsamen Vogelbeobachtungsan-lass in Europa dar. Seit dem Start 1993 haben über 1,3 Millionen Menschen mitgemacht und zusammen mehr als 110 Millionen Zugvögel gezählt. In ganz Europa und Zentralasien haben die BirdLife-Partner über 48’000 Anlässe durchgeführt. Willkommen sind jeweils alle Naturfreundinnen und Natur-freunde, ob jung oder alt.

Mit dieser länderumspannenden Aktion nimmt BirdLife ins Visier, was Zugvögel zum Überleben brauchen: in ihren Brutgebieten, entlang ihrer Zugrouten, an ihren Rastplätzen und in ihren Winterquartieren im Mittelmeerraum und in Afrika. 

Und immer wieder weisen die Beobachtungen auf die Gefahren für Zugvögel hin. Allen voran ist dies der Lebensraumverlust durch die intensive Landwirtschaft. Die nicht nachhaltige Landwirtschaft, die in der Schweiz auch durch schädliche finanzielle Anreize im Rahmen der Agrarpolitik mitverursacht wird, steht als Bedrohungsfaktor für die Zugvögel an erster Stelle. Weiter spielen in einigen Ländern auch die intensive Forstwirtschaft und die Überbauung eine wichtige Rolle. Vogelschlag an Glasflächen und Infrastrukturen oder die Wilderei kommen noch hinzu. Gerade aufgrund mangelnder Lebensräume und Lebensraumqualität ist die Fähigkeit der Vogelpopulationen, solche Verluste auszugleichen, eingeschränkt.

Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft müssen deshalb dringend mehr zum Schutz der Zugvögel und der natürlichen Lebensräume unternehmen. Gerade die internationale Zusammenarbeit in der grössten Naturschutzpartnerschaft der Welt, BirdLife, ist eine Grundlage für den wirksamen Vogelschutz. Das koordinierte Vorgehen kann Zugrouten sichern, indem wichtige Brutgebiete sowie Rastplätze aufgewertet und geschützt werden.

Was war los in der Schweiz
Rund 250'000 Stunden Naturschutzarbeit leistet das BirdLife-Netzwerk in der Schweiz jedes Jahr, ein grosser Teil davon ehrenamtlich. Dieses Engagement zeigte sich auch am vergangenen Wochenende: An 61 Beobachtungsständen begrüssten Freiwillige über 3'400 Interessierte und begleiteten sie beim Beobachten. Gemeinsam sichteten sie rund 250'000 Vögel. Am häufigsten waren Ringeltauben, gefolgt von Buchfinken und Staren. Besonders gefreut haben sich die Beobachterinnen und Beobachter über Seltenheiten wie den Schlangenadler oder den Gelbbrauen-Laubsänger.

BirdLife-Sony-Fotowettbewerb

Pünktlich zu dieser schweizweiten Beobachtungsaktion sind die Gewinner des ersten schweizweiten Fotowettbewerbs «Natur beflügelt – beflügelte Natur» in Partnerschaft von BirdLife und Sony gekürt worden. «Wir freuen uns, mit dem Wettbewerb einen Beitrag dafür leisten zu können, Menschen für die Natur zu begeistern», sagt Marc Wartmann, Product Manager von SONY. Entstanden sind tatsächlich rund 2500 Bilder, die berühren. Der Sieger, Dave Brunner, hat am vergangenen Freitag seinen Preis mit grossem Stolz entgegengenommen. Sein Motiv, die Bienenfresser, zählen zu den Zugvögeln, die jedes Jahr meist schon Ende August, Anfang September ins südliche Afrika ziehen und im folgenden Jahr im Mai in ihre Brutgebiete zurückkehren. Bei uns entdeckt man sie z. B. im Wallis.


Weitere Informationen:

BirdLife Schweiz: gemeinsam für die Biodiversität – lokal bis weltweit

BirdLife Schweiz engagiert sich mit viel Herzblut und Fachwissen für die Natur. Gemeinsam mit unseren 72’000 Mitgliedern, 430 lokalen BirdLife-Naturschutzvereinen und 19 Kantonalverbänden packen wir auf allen Ebenen für die Natur an.

Wir fördern gefährdete Arten wie Steinkauz oder Eisvogel sowie ihre Lebensräume und geben der bedrohten Natur eine Stimme. Mit den BirdLife-Naturzentren, -Kursen und -Publikationen bilden wir aus, machen die Natur hautnah erlebbar und begeistern für ihre Förderung.

Schlägt auch Ihr Herz für die Natur und die Vogelwelt? Engagieren Sie sich im BirdLife-Netzwerk: birdlife.ch/engagement

BirdLife Schweiz dankt für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.

 


Bilder

Ehrenamtliche aus dem BirdLife-Netzwerk begrüssten die Besucherinnen und Besucher an den Beobachtungsständen und begleiteten sie beim Beobachten. Gemeinsam zählten sie rund 250'000 Vögel.

Foto: Marin Wolf, BirdLife Schweiz

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


An 61 Beobachtungsständen in der ganzen Schweiz verfolgten am EuroBirdwatch rund 3'400 Naturfreundinnen und Naturfreunde den Vogelzug.

Foto: Marin Wolf, BirdLife Schweiz

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Der Weissstorch zählt zu den bekanntesten Zugvögeln. Viele Störche überwintern heute in Spanien und Portugal, andere ziehen bis nach Afrika. Entlang ihrer Zugroute sind sie auf sichere Rastplätze angewiesen

Foto: Adrian Schmid

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Kiebitze ziehen in Schwärmen und überqueren dabei Ländergrenzen. Der Vogelzug zeigt, wie eng die Länder Europas durch die Natur verbunden sind. Der Kiebitz steht auf der Roten Liste und wird von BirdLife Schweiz gezielt gefördert.

Foto: Adrian Schmid

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Das Blaukehlchen zieht im Herbst in den Mittelmeerraum und nach Afrika. Unterwegs braucht es naturnahe Feuchtgebiete als Rastplätze, so wie viele andere Zugvögel auch.

Foto: Adrian Schmid

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Auskünfte

Stefan Bachmann, Redaktor Ornis, Ornis junior, IBS, Website, BirdLife Schweiz,
stefan.bachmann@birdlife.ch
Tel. 078 740 50 51