Klimademonstration

Die BirdLife-Story

Vor 100 Jahren wurden sowohl BirdLife International als auch BirdLife Schweiz gegründet, damals noch unter anderen Namen. Viele der heutigen Herausforderungen waren bereits aktuell. Im Lauf der Jahrzehnte mauserten sich die Verbände zu modernen, schlagkräftigen Naturschutzorganisationen. Das Wichtigste aus 100 Jahren BirdLife finden Sie in der Timeline:
  

1922

  

1922: Gründung

Am 20. Juni 1922 wird in London der International Council for Bird Preservation (ICBP), heute BirdLife International, gegründet. Der Gründungspräsident Thomas Gilbert Pearson schreibt die Vogelschutzorganisationen vieler Länder an, in der Schweiz die Ala. Diese gründet, auch 1922, das Schweizerische Landeskomitee für Vogelschutz (SLKV), heute BirdLife Schweiz. Erster Präsident wird Albert Hess.

    
    

1920er-Jahre: erste Aufgaben

Die Aufgaben im Natur- und Vogelschutz sind von Beginn weg sehr vielfältig. In den 1920er-Jahren grassiert eine Mode für Damenhüte mit Federn oder sogar ganzen Körpern von toten Vögeln. Es braucht grosse Anstrengungen, um diesen Vogelmord zu stoppen. Doch noch immer ist zu dieser Zeit in unserem Land erst ein Teil der Greifvögel geschützt.

Genau gleich wie heute beschäftigt sich das SLKV vor hundert Jahren mit der Förderung von prioritären Arten wie dem Kiebitz und der Erhaltung von Feuchtgebieten wie dem Gossauerried am Greifensee, das später während der Anbauschlacht im 2. Weltkrieg vollständig zerstört wird.

1920er- und 1930er-Jahre: Gründung vieler Vereine

Dies ist die grosse Zeit der Förderung von Vögeln mit Nisthilfen. Und zwar jener Arten, die als «nützlich» eingestuft sind. In diesen Jahrzehnten entstehen auch unzählige Vogelschutzvereine, die sich mit dem Aufhängen und Putzen von Nistkästen beschäftigen. Diese Vereine entwickeln sich später immer mehr zu Naturschutzvereinen, den heutigen BirdLife-Sektionen.

    
    

1920er- bis 1940er-Jahre: Sicherung vieler Feuchtgebiete

Der BirdLife-Landesorganisation Ala gelingt es, viele der wichtigsten Feuchtgebiete der Schweiz zu sichern. So auch das Neeracherried, wo in den 1990er-Jahren das erste BirdLife-Naturzentrum entstehen wird. Betreuerin des Neeracherrieds ist die Primarlehrerin Julie Schinz. Sie kümmert sich von 1927 bis 1980 um das Schutzgebiet und erhält  dafür als damals erst dritte Frau die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich. 2021 sollte die gleiche Ehre auch ihrem Nachfolger als Betreuer des Neeracherrieds, Werner Müller, zuteil werden.

1930er- bis 1940er-Jahre: Bildung und Öffentlichkeitsarbeit

Die Mitgliedorganisationen des SLKV sind sich schon früh der Bedeutung der Bildung und Öffentlichkeitsarbeit bewusst. Von lokal bis national organisieren sie jährlich eine Vielzahl von Exkursionen.

Feldstecher gibt es damals längst. Weltweit zu den führenden Herstellern gehört die Firma Kern in Aarau. Sie wird 1991 aufgelöst. Schwieriger ist es mit Vogelbüchern. Im Hallwag-Verlag Bern gibt es drei kleine Bändchen. Erst 1954 erscheint der erste gute Vogelführer, der "Peterson", zuerst noch teilweise mit Schwarzweiss-Tafeln. 

    
    

1939: Vogelschutz-Pavillon an der Landi, Anbauschlacht

Im Mai 1939, wenige Monate bevor der Zweite Weltkrieg ausbricht, wird in Zürich die Landesausstellung eröffnet: die «Landi 1939», von der später noch Generationen schwärmen. Das SLKV kann einen eigenen Vogelschutz-Pavillon einrichten, den Millionen von Zuschauern besuchen.

Mit dem Zweiten Weltkrieg kommt aber auch die Anbauschlacht mit ihrer Zerstörung grosser Feuchtgebiete wie des Wauwilermooses. Die Arbeit des SLKV ist in dieser Zeit reduziert.

1920er- bis 1960er-Jahre: Kampf für besseren Schutz der seltenen Arten

Jahrzehntelang kämpft das SLKV für den Schutz der Vögel vor Verfolgung, Fang und Jagd. Der Bartgeier wird ausgerottet, der Steinadler 1953 endlich geschützt. Nachdem die Auerhenne bereits in dem ersten Jagdgesetz 1885 geschützt wurde, gelingt dies erst 1962 auch für den Auerhahn. Auch heute noch sind gefährdete Arten wie der Feldhase, der Birkhahn, das Schneehuhn und die Waldschnepfe national jagdbar.  

Bis in die 1960er-Jahre werden zudem im Tessin noch Singvögel gefangen. Das SLKV wehrt sich mit Erfolg dagegen. Die Vogelfangtürme «Roccoli» sind noch heute in der Landschaft sichtbar.

    
    

1920er- bis 1980er-Jahre: Abschaffung der „Belchenschlacht“

Während Jahrzehnten hält die „Belchenschlacht“ am Untersee das SLKV in Trab. Das ist ein altes Recht für Bewohner auf der Schweizer und deutschen Seite, im Winter Blässhühner und Enten zu erlegen. Zum Teil werden mit Hilfe von hölzernen Lockenten grosse Mengen getötet. Die anachronistische Jagd stoppt erst, als die Thurgauer Natur- und Vogelschützer eine Verfassungsinitiative zur Abschaffung der Belchenjagd einreichen und das Stimmvolk diese annimmt.

Ebenso unhaltbar ist der Einsatz von Entenkanonen vor allem auf Westschweizer Seen. Mit diesen lassen sich mit einem Schuss viele Enten töten. Ihr Einsatz kann in den 1970er-Jahren unterbunden werden.

1970: Jahr der Natur

Das 1. Europäische Naturschutzjahr 1970 wird vom Europarat ausgerufen.  Die Naturschutzorganisationen rütteln die Bevölkerung und Politik mit Bildern von Natur- und Umweltzerstörung zum Handeln auf. Motto: «Eh es zu spät ist». Das SLKV beteiligt sich am Naturschutzjahr mit vielen Aktvitäten. Das Naturschutzjahr wird ein grosser Erfolg und verankert den Umweltschutz erstmals breit.

    
    

1970er-Jahre: Einsatz für die Aare und die Obstgärten

Wirtschaftskreise wollen eine Wasserstrasse von Basel über den Hochrhein bis in die Aare einrichten. Der Klingnauer Stausee wäre zum riesigen Frachthafen verkommen. Das SLKV wehrt sich dagegen.

Seit den 1950er-Jahren arbeitet der Bund daran, die Obstgartenlandschaften der Schweiz mit ihren mächtigen Hochstammbäumen zu roden. So sollen Obstüberschüsse reduziert werden, die der Bund bezahlen muss. Der hochsubventionierten Obstbaumfällaktion fallen Millionen von Bäumen zum Opfer. Das SLKV und die anderen Naturschutzorganisationen versuchen mit grossem Einsatz, den Baummord zu stoppen. Die Agrarlobby ist stärker. Die Aktion flaut erst Ende der 1970er-Jahre ab, als das «Werk» weitgehend vollbracht ist.

1970er-Jahre: Gründung der SSVG

Der Verband Schweizerischer Vogelschutzvereine VSV, der Mitglied ist beim SLKV, gründet 1974 die Schweizerische Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG). Später wird diese eine Stiftung von BirdLife Schweiz. Die SSVG unterstützt die Schaffung von Naturschutzgebieten und betreut in der Ostschweiz eigene Reservate. Als erstes Schutzgebiet sichert die SSVG eine grosse Waldfläche für das seltene Auerhuhn. Im St. Galler Rheintal kauft die SSVG verschiedene Feuchtgebiete und betreut sie.

    
    

1970er-Jahre: wichtige Inventare

In diesem Jahrzehnt entstehen auch wichtige Grundlagen für den Schutz der Vögel und der Natur. 1975 erarbeitet der ZVS (heute BirdLife Zürich) das erste Ornithologische Inventar eines Kantons. 1976 veröffentlicht der Ornithologe Hans Leuzinger das erste Inventar der international und national bedeutenden Wasservogelgebiete. Es führt dazu, dass im Jagdgesetz von 1986 der Schutz dieser Gebiete vorgesehen ist. Und 1977 gibt das SLKV die erste Rote Liste heraus, und zwar für die Vögel: Die Autoren Bruno Bruderer und Willi Thönen müssen 44 % der Brutvogelarten auf die Rote Liste setzen. Später wird die Rote Liste von der Vogelwarte und dem Bund erarbeitet. (Karte aus: Ornithol. Beob., 1976)

1970er-Jahre: Schwalbenkatastrophe

Im Herbst 1974 stranden Millionen von Rauch- und Mehlschwalben bei schlechtem Wetter in der Nordschweiz. Sie werden eingesammelt und mit Zug und Flugzeug in den Süden verfrachtet. Die Schwalbenkatastrophe zeigt jedoch auch, dass die Vogelschutzorganisationen noch schlecht aufgestellt sind, um gemeinsam eine solch riesige Aufgabe zu bewältigen. Denn noch immer ist das SLKV aus vielen Vogel-, Natur- und Tierschutzorganisationen plus dem Bundesamt für Umwelt aufgebaut und hat keine professionellen Strukturen. Um die Strukturfrage zu lösen, wird 1977 der initiative Naturschützer Fritz Hirt neuer SLKV-Präsident. Er bleibt in verschiedenen Funktionen aktiv bis zu seinem Tod 2021. (Foto: Keystone)

    
    

1979: eine neue Ära beginnt

Im Herbst 1978 lädt das SLKV zur 1. Schweizerischen Vogelschutztagung nach Péry bei Biel ein. Es wird beschlossen, dass 1979 das Jahr der Hecken wird und dass die grosse Aktion für den bedrohten Lebensraum erstmals durch eine angestellte Person umgesetzt werden soll. Der SLKV-Präsident Fritz Hirt (links auf dem Bild) und der «Heckenberater» Werner Müller prägen BirdLife Schweiz und BirdLife International in den folgenden vier Jahrzehnten entscheidend. Das Jahr der Hecken wird zum Grosserfolg: Es werden Hunderte von Hecken in einer Gesamtlänge von über 30 Kilometern gepflanzt. Und die Hecken sind seither als wichtige Lebensräume bekannt.

Ab 1979: Jugendarbeit im Fokus

Das grosse Jahrzehnt der SLKV-Jugendarbeit startet 1979. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Jost Bühlmann erarbeitet viele Aktivitäten. Das Lehrmittel «opteryx» von Meinrad Bärtschi und Thomas Stahel wird an unzähligen Kursen, in Jugendgruppen und Schulen eingesetzt. Später kommt auch das Lehrmittel «natryx» heraus. Tausende junge Menschen lassen sich so für die Natur begeistern.

 

    
    

1980er-Jahre: Kampagnen für die Obstgärten und den Wald

Nach der Heckenaktion startet das SLKV grosse Kampagnen, zuerst für die Hochstamm-Obstgärten, dann für den Naturschutz im Wald.

Der Wald ist auch sonst in allen Medien: Den Bäumen geht es vor allem wegen der Luftverschmutzung nicht gut. Das SLKV beteiligt sich im Mai 1984 an der grossen Walddemo in Bern. Das Engagement der vielen Akteure führt zu Errungenschaften, die heute nicht mehr wegzudenken sind: Reduzierung der Luftverschmutzung, Katalysator für Fahrzeuge, Tempobegrenzungen. Sie haben nicht nur dem Wald, sondern der ganzen Umwelt geholfen.

1980er- und 1990er-Jahre: neue Verbandsstrukturen

Zwischen 1987 und 1993 können die Strukturfragen im SLKV, aber auch auf internationaler Ebene endlich gelöst werden. Aus dem SLKV entsteht der Schweizer Vogelschutz SVS, später BirdLife Schweiz genannt. BirdLife Schweiz besteht seither direkt aus den Landesorganisationen Ala und Ficedula, den Kantonalverbänden und den lokalen Sektionen mit ihren Jugendgruppen. Damit wird die Vision von Fritz Hirt aus den 1970er-Jahren Wirklichkeit: ein geeinter, starker Vogelschutzverband mit einer kleinen, aber effizienten Geschäftsstelle, entstanden aus der früheren Heckenberatungsstelle.

Aus dem ICBP wird 1993 BirdLife International. Heute vereint der Verband 119 Partnerorganisationen in ebenso vielen Ländern.

    
    

1980er- und 1990er-Jahre: internationale Projekte

BirdLife Schweiz engagiert sich immer stärker für den Natur- und Vogelschutz in anderen Weltgegenden. Dies immer über die BirdLife-Partner der entsprechenden Länder. Mehrmals führt BrdLife Schweiz grosse Zugvogel-Schutzaktionen durch. Dem Zugvogelschutz soll durch Öffentlichkeits- und Jugendarbeit zum Durchbruch verholfen werden. Auf Mallorca hilft BirdLife Schweiz beim Kauf des Gutes La Trapa und führt einige Lager durch, an denen Schweizer Vogelschützerinnen und Naturschützer beim Unterhalt des Schutzgebiets mithelfen. (Bild: Die Jugendgruppe von BirdLife Malta fordert den Stopp des Zugvogelfangs auf der Mittelmeerinsel.)

1980er-Jahre bis heute: weitere Kampagnen für Lebensräume

Die Zerstörung der Lebensräume wird immer gravierender. BirdLife Schweiz startet zusammen mit den Sektionen, Kantonalverbänden und Landesorganisationen viele Initiativen, um die bestehenden Lebensräume zu sichern, wiederherzustellen und neu zu schaffen.1988 thematisiert die BirdLife-Familie die «Vernetzten Lebensräume». Es folgen Kampagnen zu Wiesen und Weiden, zu Kleinstukturen und zur Natur im Siedlungsraum. Sie bewirken im Naturschutz in der Schweiz viel und dauern bis heute an.

    
    

1989: Gründung von „Ornis“

Im November 1989 erscheint die erste Nummer (Bild) der neuen Zeitschrift von BirdLife Schweiz, „Ornis“. Sie löst die Zeitschrift «Vögel der Heimat» ab. Diese hatte während fast 60 Jahren ganze Generationen von Vogelschützenden geprägt.

Weitere Zeitschriften kommen später hinzu.

1980er- und 1990er-Jahre: Engagement in Osteuropa

Noch bevor der Eiserne Vorhang in Europa 1989 fällt, knüpft BirdLife Schweiz Kontakte zu Naturschützerinnen und Naturschützern in Osteuropa, vor allem nach Ungarn. Das zahlt sich aus, als es später darum geht, die noch vorhandenen grossen Naturgebiete zu sichern. Die grosse BirdLife-Kampagne «Chance Osteuropa» startet 1991 in Ungarn, der Slowakei und in der Tschechischen Republik und wird später auf viele weitere Länder erweitert. Dank der Zusammenarbeit mit den neuen BirdLife-Partnern in Osteuropa gelingt es, Hunderte von Quadratkilometern Naturland sichern.

    
    

1995: 2. Naturschutzjahr

Am zweiten Europäischen Naturschutzjahr 1995 beteiligt sich BirdLife Schweiz intensiv und arbeitet im Organisationskomitee mit. Eine Besonderheit ist die «Natursession im Bundeshaus», wo für einmal nicht die Parlamentsmitglieder, sondern Naturschützerinnen und -schützer über aktuelle Fragen debattieren. 

1999 / 2001: zwei Naturzentren entstehen

Im April 1999 geht ein lang gehegter Traum für BirdLife Schweiz in Erfüllung: Der Verband eröffnet sein erstes Naturzentrum, und zwar im Neeracherried. Das Zentrum mit dem Naturpfad auf Stegen, einem Lehrteich und den zwei Beobachtungshütten «Hides» begeistert die Besuchenden seit über zwanzig Jahren.

Nur zwei Jahre später öffnet das BirdLife-Naturzentrum La Sauge am Neuenburgersee seine Tore. Es ist unterdessen berühmt, weil sich hier der Eisvogel aus den Hides heraus gut beobachen lässt. Zugleich richtet BirdLife Schweiz hier nach dem Sitz in Zürich seine zweite Geschäftsstelle ein.

    
    

1990er-Jahre bis heute: Artenförderungsprojekte

Der Europarat veröffentlicht einen Schutzplan für den seltenen Wachtelkönig und verlangt Massnahmen auch von der Schweiz. Daher startet BirdLife Schweiz das Artenförderungsprojekt Wachtelkönig, worauf Fachleute nächtelang nach dem gefährdeten Vogel suchen. So können sie dessen Brutplätze sichern. Zwei Jahre später werden in der Schweiz wieder Wachtelkönige flügge.

Das Projekt steht später Pate, als es darum geht, das grosse Programm „Artenförderung Vögel Schweiz“ von BirdLife Schweiz und der Schweizerischen Vogelwarte mit Unterstützung durch das BAFU zu starten. Heute laufen in diesem Rahmen Projekte für rund 30 Arten, so für Kiebitz, Braunkehlchen oder Mittelspecht.

    
    

1920er-Jahre bis heute: immer mehr Naturkurse

Die BirdLife-Familie ist heute der grösste Anbieter von Kursen in Arten- und Naturkenntnis der Schweiz. Jährlich besuchen Hunderte von Teilnehmenden diese Kurse zu vielen Themen und profitieren selber von viel neuem Wissen oder bereiten sich vor, dieses Wissen weiterzugeben.

Solche Exkursionsleitungskurse haben die Kantonalverbände schon vor 100 Jahren durchgeführt. Heute ist das Angebot viel grösserer, und BirdLife Schweiz hat gemeinsame Lehrmittel erarbeitet.

    
    

2001: erster "Vogel des Jahres"

Seit 2001 wählt BirdLife Schweiz jedes Jahr einen „Vogel des Jahres“. Der erste ist der Kuckuck, worauf die Goldammer folgt. Am Beispiel der „Vögel des Jahres“ sollen  Naturschutzfragen sichtbar gemacht und der Handlungsbedarf aufgezeigt werden, so etwa im Kulturland, im Wald oder auch im Siedlungsraum.

Seit 2000: Steinkauz-Projekte, Projekte im Tessin

Der Steinkauz steht um die Jahrtausendwende in der Schweiz kurz vor dem Aussterben. Dank dem Steinkauz-Schutzprogramm von BirdLife und Partnern gelingt die Trendwende gerade noch rechtzeitig: Die Steinkauzbestände nehmen langsam wieder zu.

Eine der noch erhaltenen Populationen des Steinkauzes lebt im Tessin. Im ähnlichen Lebensraum kommt auch der Wiedehopf vor.  Deshalb haben BirdLife Schweiz und seine Landesorgansation Ficedula schon vor Jahren ein Schutzprogramm für diese und weitere Kulturlandarten gestartet. Unterdessen hat BridLife Schweiz in der Svizzera Italiana seine dritte Geschäftssstelle eingerichtet.

    
    

Ab 2000: Projekte für den Regenwald

BirdLife Schweiz unterstützt international nicht nur den Zugvogelschutz und den Naturschutz in Osteuropa, sondern immer wieder auch wichtige weltweite Projekte.

Auf Sumatra sind die Tieflandregenwälder zum grössten Teil abgeholzt. Es ist deshalb eine einmalige Gelegenheit, als BirdLife International die Möglichkeit erhält, eine Holzkonzession zu erwerben – und dann den Wald stehen zu lassen. Dieses Projekt im Harapan-Regenwald unterstützt BirdLife Schweiz mehrfach.

Auch auf Madagaskar (Bild) ist der Regenwald besonders gefährdet. Im Südosten können BirdLife International und der madagassische BirdLife-Partner Asity dank der Hilfe aus der Schweiz den Urwald Tsitongambarika schützen.

Ab 2006: Kampagne für die Biodiversität

Die weltweite Biodiversitätskonvention trat für die Schweiz 1995 in Kraft, doch unser Land macht nichts Zusätzliches für die biologische Vielfalt. Um das zu ändern, startet BirdLife Schweiz 2006 seine Kampagne «Biodiversität – Vielfalt ist Reichtum» und gründet zusammen mit Nationalrat Kurt Fluri die parlamentarische Gruppe Biodiversität. Die Kampagne kulminiert im Uno-Jahr der Biodiversität 2010, an dem Bundesrätin Doris Leuthard zusagt, die nationale Biodiversitätsstrategie rasch zu erarbeiten.

Die Uno-Biodiverstätskonferenz im japanischen Nagoya, bei welcher der BirdLife-Geschäftsführer Werner Müller dabei ist (Bild), definiert neue Ziele. Doch die Schweizer Biodversitätspolitik bleibt mangelhaft. Deshalb gibt BirdLife einen alternativen Aktionsplan Biodversität Schweiz heraus und muss Ende 2020 eine vernichtende Bilanz über das Engagement der Schweiz ziehen.

    
    

2019: nochmals zwei neue Naturzentren

Im Frühling 2019 kann BirdLife Schweiz zusammen mit Partnern gleich zwei neue Naturzentren eröffnen. Das Naturzentrum Pfäffikersee entsteht aus einer Zusammenarbeit der Vereinigung Pro Pfäffikersee, von BirdLife Schweiz und BirdLife Zürich sowie von Pro Natura Zürich. Am Klingnauer Stausee können BirdLife Aargau und BirdLife Schweiz ein neues Naturzentrum zusammen eröffnen. Das Zentrum hat einen Naturpfad mit Teich und Eisvogel-Brutwand, die vom schillernden Vogel bereits 2021 besetzt wird.

2020: Kampf für ein besseres Jagdgesetz

BirdLife Schweiz, die Gruppe Wolf Schweiz, Pro Natura, WWF Schweiz und Zooschweiz haben das Referendum zum Jagdgesetz nicht gesucht. Immer wieder haben sie versucht, das Parlament dazu zu bringen, eine sinnvolle, ausgewogene Revision zu beschliessen. Ohne Erfolg. So werden Anfang 2020 die nötigen Unterschriften für das Referendum eingereicht. Am Schluss resultiert ein zwar knappes, aber klares Nein zum missratenen Jagdgesetz. Dies ebnet den Weg für eine bessere, dieses Mal wirklich ausgewogene Revision. (Links auf dem Bild: Suzanne Oberer, Präsidentin von BirdLife Schweiz)

    
    

2019 bis heute: Klimawandel und Biodiversitätskrise gemeinsam angehen

An der grossen Klimademo vom September 2019 mit 100‘000 Teilnehmenden in Bern und seither an vielen weiteren Orten thematisiert BirdLife Schweiz, dass Klimawandel und Biodiversitätskrise gemeinsam gelöst werden müssen. Denn es gibt Bestrebungen, den Schutz der Natur zugunsten der Energieproduktion abzuschwächen.

2020: Lancierung der Biodiversitäts-Initiative

Die Schweiz tut viel zu wenig für die Biodiversität. Das bestätigt auch die OECD in einem Umweltprüfbericht. Eine Besserung ist 2019/2020 nicht in Sicht, da der Bund bis weit ins neue Jahrzehnt mit einem absolut ungenügenden Aktionsplan Biodiversität arbeiten will. Deshalb lancieren BirdLife Schweiz, Pro Natura, Stiftung Landschaftsschutz und Heimatschutz die Biodiversitäts-Initiative. Ziel ist es, die Biodiversität, die Landschaft und das baukulturelle Erbe der Schweiz besser zu erhalten und zu fördern. Bild: Der neue Geschäftsführer von BirdLife Schweiz, Raffael Ayé, erläutert den Medien die Biodiversitäts-Initiative.

    
    

Ab 2020: Kampagne „Ökologische Infrastruktur“

Die Ökologische Infrastruktur ist das wichtigste Vorhaben des Naturschutzes in der Schweiz bis 2040, eine Generationenaufgabe! Deshalb widmet BirdLife Schweiz seine neue Mehrjahreskampagne "Ökologische Infrastruktur".

2022

 

Die Präsidierenden

Albert Hess
Leon Pittet
Walter Knopfli
Walter Bieri
Alfred Schifferli
Hans Arn
Urs Glutz von Blotzheim
Wendelin Fuchs
Christoph Imboden
Fritz Hirt
Beat Wartmann
Ruedi Aeschbacher
Suzanne Oberer
Thomas Lüthi

1922 – 1928              
1928 – 1934
1937 – 1948
1949 – 1952
1953 – 1956
1957 – 1962
1963 – 1969
1970 – 1975
1976
1977 – 1996
1997
1998 – 2014
2015 – 2023
2023 –

Die Geschäftsführer

 
Werner Müller
Raffael Ayé
  
1979 – 2020
2021 –
    

 

Texte: Werner Müller
Bilder: BirdLife, Mathias Schäf, Michael Gerber, Keystone, Mosterei Möhl AG, zvg