Am 29. November stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die Feuerwerks-Initiative ab. Die Volksinitiative fordert eine Einschränkung des Verkaufs und der Verwendung von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen. Dabei bleiben Ausnahmen für Anlässe mit überregionaler Bedeutung möglich. BirdLife Schweiz unterstützt die Initiative, um Wildtiere vor unnötiger Knallerei und die Umwelt vor Verschmutzung zu schützen.
Feuerwerk stellt eine Belastung für Natur, Tiere und Menschen dar. So belastet es die Umwelt durch Abfall und freigesetzten Feinstaub. Dazu lösen die Knallgeräusche bei Tieren Stress und Panikreaktionen aus und beeinträchtigen ihr Wohlergehen stark. Während Tiere bei Gewitter die Druck- und Spannungsänderungen in der Luft spüren und sich darauf vorbereiten können, ist dies bei Feuerwerk nicht der Fall. Neben Heim- und Nutztieren gilt dies auch für Wildtiere.
So zeigt eine kürzlich erschienene Studie aus Basel auf, welche Auswirkungen das Silvesterfeuerwerk auf Lachmöwen und andere Wildvögel hat: Auf das laute Knallen reagierten diese sofort mit Auffliegen und flogen dann teils stundenlang durch die Nacht. Erst nach ein paar Tagen hatten sich Anzahl und Verhalten der Lachmöwen am Schlafplatz wieder normalisiert. Ähnliche Ergebnisse erbrachten frühere Studien zum Beispiel am Zürichsee, publiziert im Ornithologischen Beobachter der Ala, einer BirdLife-Landesorganisation.
Insgesamt finden Wildvögel durch das grossflächige, gleichzeitige Abbrennen von Feuerwerk kaum sichere Orte, an denen sie sich wieder sammeln und beruhigen können. Die Langzeitfolgen könnten bis in die nächste Brutzeit reichen, sind aber noch nicht ausreichend untersucht. Klar ist nur: «Der Einfluss von privatem Feuerwerk auf die Vogelwelt wird oft unterschätzt», sagt Thomas Lüthi, Präsident von BirdLife Schweiz.
BirdLife Schweiz unterstützt daher die Initiative und empfiehlt, Ja zu stimmen.
Weitere Informationen
- feuerwerksinitiative.ch
- Studie von Valentin Moser (Animal Behaviour, Sept. 2026)
- Artikel zum Thema Feuerwerk im Ornithologischen Beobachter der Ala:
Werner S. (2015)
Weggler M. (2025)
Blaser P. (1993)
6.11.2026/dh





