Dritte Wolfsregulierung: Wirkungskontrolle ist nötig

Gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz

Im Rahmen der dritten Wolfsregulierung wurde erneut rund ein Drittel der Schweizer Wölfe geschossen. Die Wirkung der proaktiven Abschüsse muss genau untersucht und ihr Einsatz unbedingt verbessert werden. Der Herdenschutz bleibt der Schlüssel für eine möglichst konfliktfreie Koexistenz mit dem Wolf.

Am Wochenende ging die dritte Wolfregulierung zu Ende (1. September 2025 – 31. Januar 2026). Noch ist die Anzahl geschossener Wölfe nicht definitiv (die Januar-Zahlen von Graubünden fehlen noch). Die Naturschutzorganisationen rechnen damit, dass etwa gleich viele Wölfe geschossen wurden wie im Vorjahr (2024/25: 99). Das entspricht rund einem Drittel des Schweizer Wolfsbestands.

Stabile Herdenschutzfinanzierung und Gesetzesgrundlagen sind zentral

Gesamthaft blieben die Nutztierrisse durch den Wolf nach den bisher vorliegenden Zahlen auf tiefem Niveau. Diese Entwicklung hatte bereits vor der proaktiven Wolfsregulierung begonnen. Der Schlüssel zur möglichst konfliktfreien Koexistenz von Alpwirtschaft und Wolf bleiben der Auf- und Ausbau des Herdenschutzes. Nach dem Widerstand des Parlaments gegen die massiven Kürzungen der Herdenschutzfinanzierung im letzten Jahr, hat der Bundesrat die Bundesunterstützung Ende 2025 wieder auf maximal 80 Prozent erhöht. Damit hat die Alpwirtschaft wieder klare Perspektiven. Auch bei den rechtlichen Grundlagen zum Wolf ist Kontinuität gefragt, damit Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden können. Politischer Aktivismus erschwert die Etablierung wirksamer Massnahmen im Umgang mit dem Wolf.

In der letzten Regulierungsperiode gab es auch fragwürdige Abschussbewilligungen für unauffällige Wolfsrudel und Fehlabschüsse, die für den Schutz der Nutztiere kontraproduktiv sein können. Hier erwarten die Naturschutzorganisationen in diesem Jahr klare Verbesserungen und werden die Entwicklung weiterhin genau verfolgen.
 

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