Letzte Chance zum Heckenschnitt – bald beginnt die Brutzeit der Vögel

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 12. März 2026

Mit den ersten milden Tagen kündigt sich der Frühling an. Jetzt ist der letzte Zeitpunkt, um Hecken und Sträucher zurückzuschneiden. Sobald die Vegetation austreibt und die ersten Vögel mit der Brut beginnen, müssen solche Arbeiten bis zum Herbst unterbleiben.

Nach den kalten Temperaturen der letzten Wochen wird unsere Landschaft bald wieder grün. In vielen Gärten sowie bei BirdLife-Naturschutzvereinen wurde deshalb schon fleissig gearbeitet und die Vegetation gepflegt. Wer seine Hecken oder Gebüsche noch nicht zurückgeschnitten hat, sollte dies jetzt möglichst bald erledigen. Denn der wieder hörbare Gesang vieler Vögel zeigt: Die Brutzeit steht kurz bevor und Arten wie Amsel und Rotkehlchen bauen die ersten Nester. 

Rücksicht auf brütende Vögel

Während der Brutzeit benötigen Vögel Ruhe. Das Brutgeschäft ist in der Schweiz nach dem «Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel» (JSG) gesetzlich geschützt: Nester sowie brütende Vögel dürfen nicht gestört werden. Wer jetzt noch die letzten Hecken schneidet, sollte deshalb vorher sorgfältig prüfen, ob sich bereits ein erstes Nest im Gebüsch befindet. Wird während der Pflege ein bewohntes Nest entdeckt, müssen die Arbeiten sofort unterbrochen und auf den Herbst oder Winter verschoben werden. 

Nester vom Vorjahr lassen sich meist leicht erkennen. Sie wirken oft etwas zerzaust und werden von vielen Arten nicht erneut verwendet. Wenn sie nicht stören, können sie jedoch problemlos im Strauch verbleiben. Sie bieten Insekten Unterschlupf oder liefern Material für neue Nester. In seltenen Fällen bessern Vögel wie die Amsel ihr altes Nest sogar aus und nutzen den bewährten Standort erneut. 

Naturnahe Hecken brauchen nur selten einen Schnitt

Das Rotkehlchen war als letztjähriger Vogel des Jahres von BirdLife Schweiz ein Botschafter für abwechslungsreiche, naturnahe Gärten. Wildhecken mit einheimischen Blühsträuchern wie Heckenrose, Weissdorn, Pfaffenhütchen oder Schneeball sind nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch besonders wertvoll für die Tierwelt. Sie bieten Nahrung, Schutz und Nistplätze für zahlreiche Vogelarten und andere Tiere. Solche Hecken müssen in der Regel nicht jedes Jahr geschnitten werden. Oft reicht es, alle paar Jahre einzelne Sträucher auszulichten. Es empfiehlt sich generell, nicht die ganze Hecke auf einmal zu schneiden, sondern die Pflege über mehrere Jahre zu verteilen – beispielsweise jährlich nur etwa ein Drittel der Hecke. 

Schnittgut sinnvoll nutzen

Auf der Webseite von BirdLife Schweiz finden sich unter «Rat + Tat» viele Anregungen für einen naturnahen Garten. So lässt sich etwa das anfallende Schnittgut im Garten sinnvoll verwenden. Asthaufen mit grösseren Hohlräumen im unteren Bereich bieten wertvolle Verstecke für Tiere wie den Igel. Die abgeschnittenen Zweige können auch unter die Hecke eingebracht werden. Auf dem Geäst überwintern oft Raupen, Puppen oder Insekteneier. Bleibt das Schnittgut in der Nähe der Hecke, können die Tiere später direkt wieder zu ihren Futterpflanzen zurückkehren. Selbst abgestorbene Sträucher können gerne stehengelassen werden – ihr Holz bietet Insekten Lebensraum und kann mit Kletterpflanzen sogar ein zweites Leben erhalten. 

So setzt sich BirdLife für die Hecken ein

Hecken sind generell ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft in der Schweiz. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Ausdehnung von Siedlungen wurden jedoch sehr viele Hecken gerodet. BirdLife Schweiz engagiert sich seit Jahrzehnten für mehr Hecken als Lebensraum. Die lokalen BirdLife-Naturschutzvereine pflanzen jedes Jahr neue Hecken und pflegen bestehende. In den BirdLife- Artenförderungsprojekten werden Hecken ebenfalls gezielt angelegt oder verbessert, zum Beispiel in Rebbergen oder anderen Agrarlandschaften.

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Gemeinsam für die Biodiversität – lokal bis weltweit

BirdLife Schweiz engagiert sich mit viel Herzblut und Fachwissen für die Natur. Gemeinsam mit unseren 72’000 Mitgliedern, 430 lokalen BirdLife-Naturschutzvereinen und 19 Kantonalverbänden packen wir auf allen Ebenen für die Natur an.

Wir fördern gefährdete Arten wie Steinkauz oder Eisvogel sowie ihre Lebensräume und geben der bedrohten Natur eine Stimme. Mit den BirdLife- Naturzentren, -Kursen und -Publikationen bilden wir aus, machen die Natur hautnah erlebbar und begeistern für ihre Förderung.

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Bilder

Hecken im Siedlungsraum sollen nicht während der Brutzeit der Vögel geschnitten werden, sondern erst ab Ende August bis spätestens Mitte März. Notfalls kann man jetzt noch einige auf das Trottvoir wachsenden Äste entfernen.

© BirdLife Schweiz

Das Bild darf nur in Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden!


Hecken im Siedlungsraum sollen nicht während der Brutzeit der Vögel geschnitten werden, sondern erst an Ende August bis spätestens Mitte März. Notfalls kann man jetzt noch einige auf das Trottvoir wachsenden Äste entfernen.

Foto: Antranias/pixabay

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Achtung: In Hecken und Bäumen brüten jetzt viele Vögel! Sie dürfen nicht gestört werden.

© BirdLife Schweiz

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Einer der Vögel, der sein Nest in Hecken baut: die Amsel.

Foto: Michael Gerber

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Die kleine Mönchsgrasmücke baut ihr Nest ebenfalls in Hecken. Daher sollte man Hecken erst nach der Brutzeit schneiden.

Foto: Michael Gerber

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Auskunft erteilt

Stefan Greif, stefan.greif@birdlife.ch, Tel. 044 457 70 20