© Roger Forrer

Aufwertung der ehemaligen Kiesgrube «Chis» Zeiningen

In der ehemaligen Kiesgrube Chis in Zeiningen (AG) entsteht auf rund sieben Hektaren eine Naturoase von überregionaler Bedeutung. Gemeinsam schaffen BirdLife Schweiz, BirdLife Aargau, die Holcim Kies & Beton AG sowie das Projekt «BiM – Biodiversität im Melerfeld» einen vielfältigen Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Das Projekt verbindet Naturschutz, Landwirtschaft und Umweltbildung und soll als Modell für eine zukunftsorientierte Landschaftsentwicklung dienen.

Die Grundlage dafür wurde geschaffen, als die ursprünglich geplante Rekultivierung zu intensiv genutztem Ackerland neu gedacht wurde. Dank der Erweiterung der Trinkwasserschutzzonen konnte eine deutlich ambitioniertere Lösung entwickelt werden. BirdLife Schweiz und BirdLife Aargau erwarben einen Teil der Flächen, während Holcim weitere Parzellen langfristig sicherte. Seit 2025 wird das Gebiet Schritt für Schritt umgestaltet.

Entstehen wird ein abwechslungsreiches Mosaik aus extensiv bewirtschafteten Ackerkulturen, Brachen, Hecken, Kleinstrukturen und temporär wasserführenden Weihern. Die Massnahmen orientieren sich an den natürlichen Gegebenheiten des Melerfelds und fördern Arten der offenen Kulturlandschaft. Besonders profitieren sollen Kreuzkröte, Laubfrosch, Gelbbauchunke, Uferschwalbe, Wildbienen und zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten. Die neuen Weiher werden regelmässig trockengelegt, um ihren Pioniercharakter zu erhalten und optimale Bedingungen für Amphibien zu schaffen.

Die Natur reagiert bereits positiv auf die ersten Aufwertungen. Schwarzkehlchen haben sich angesiedelt, Laubfrösche rufen in spontan entstandenen Pfützen, Grauammern nutzen das Gebiet auf dem Zug und die sanierte Uferschwalbenwand wird wieder besiedelt. Turmfalken und Waldohreulen jagen regelmässig über den neu geschaffenen Flächen.

Getragen wird das Projekt von einer breiten Partnerschaft. Lokale Landwirtinnen und Landwirte übernehmen künftig einen wichtigen Teil der Bewirtschaftung. Anfang 2026 pflanzten zudem rund 70 Freiwillige aus Naturschutzorganisationen, Jagd, Kiesabbau, Verwaltung und Rotary gemeinsam über 1300 Heckensträucher. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie unterschiedliche Akteure zusammenarbeiten können, um Biodiversität zu fördern und gleichzeitig die Landschaft für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Im Chis entsteht damit ein neues Kerngebiet der Biodiversität mit Ausstrahlung weit über das Fricktal hinaus.
 


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