Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 1.4.2026
Der Feldhase zählt zu den ikonischen Tierarten des Schweizer Kulturlands. Doch zu dieser Ikone tragen wir viel zu wenig Sorge: Der Bestand des Feldhasen hat in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen, weil es ihm zunehmend an Lebensraum fehlt. Damit das beliebte Ostersymbol nicht nur in Schoggiform überlebt, ist der Feldhase dringend auf wirksame Massnahmen angewiesen.
Der Feldhase ist nicht nur bei Kindern sehr beliebt. Doch dieser einst so häufige und eigentlich wenig anspruchsvolle Sympathieträger ist bedroht. Er zeigt exemplarisch auf, wie schlecht es um die typischen Arten des Schweizer Kulturlands steht. Der Feldhase ist auf offene, strukturreiche Agrarlandschaften mit ausreichend Hecken, Feldgehölzen, Brachen und anderen Rückzugsräumen angewiesen. Solche Landschaften sind äusserst selten geworden, was sich in der negativen Bestandsentwicklung des Feldhasen und vielen weiteren typischen Arten des Kulturlands widerspiegelt.
In den 1960er Jahren konnten etwa im Kanton Genf rund 60 Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt werden. Eine solche Dichte ist heute unvorstellbar: 1991 konnten noch knapp 5 Hasen pro Quadratkilometer gefunden wurden, 2020 lediglich noch etwas mehr als 2 Individuen auf derselben Fläche.
Zu wenig Biodiversitätsförderflächen im Ackerland
Ein Schlüsselfaktor für das Überleben der Kulturlandarten ist der Anteil an Biodiversitätsförderflächen (BFF). Doch in Ackerflächen liegt deren Anteil schweizweit unter 2 Prozent. Die Direktzahlungen für Bunt- und Rotationsbrachen sowie andere BFF sind eindeutig nicht hoch genug, damit auf Ackerflächen solche BFF in ausreichender Quantität eingerichtet werden. Ausserdem gibt es viele Direktzahlungen, die in Konkurrenz zu den BFF stehen, z. B. Einzelkulturbeiträge oder die sogenannten Versorgungssicherheitsbeiträge. Es handelt sich hierbei um Subventionen mit biodiversitätsschädigender Wirkung. Wirksame
Förderung ist möglich – jetzt braucht es politische Verbesserungen
Besser sieht es in einigen wenigen Ackergebieten mit einem hohen Anteil an BFF aus. In der Champagne genevoise (GE), im Grossen Moos (BE/FR), im Klettgau (SH) und in einigen weiteren Gebieten ist der Anteil an BFF an der Ackerfläche dank dem Engagement zahlreicher Akteure höher. Und in diesen Gebieten gibt es auch noch Feldhasendichten von oft mehr als 15 Feldhasen pro Quadratkilometer. In einigen dieser Gebiete nimmt die Hasendichte in den letzten Jahren wieder zu. Landesweit bleibt die Art aber rückläufig.
BirdLife Schweiz setzt sich für eine Agrarpolitik ein, welche die Biodiversität tatsächlich erhält und fördert. Heute ist dies nicht der Fall. Mit konkreten Artenförderungsprojekten z. B. am Farnsberg (BL), im Grossen Moos (BE) oder in der Ajoie (JU) zeigen wir auf, welche Massnahmen besonders wirksam sind und wie diese gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten umgesetzt werden können. Zielarten dieser Projekte sind u. a. Kiebitz, Steinkauz und Dorngrasmücke. Von den Massnahmen profitieren lokal auch Feldhase, Schwarzkehlchen und viele andere Arten. Nun braucht es jedoch dringend substanzielle Verbesserungen in der Agrarpolitik, damit Feldhase und andere Kulturlandarten längerfristig erhalten werden können!
Gemeinsam für die Biodiversität – lokal bis weltweitBirdLife Schweiz engagiert sich mit viel Herzblut und Fachwissen für die Natur. Gemeinsam mit unseren 72’000 Mitgliedern, 430 lokalen BirdLife-Naturschutzvereinen und 19 Kantonalverbänden packen wir auf allen Ebenen für die Natur an. Wir fördern gefährdete Arten wie Steinkauz oder Eisvogel sowie ihre Lebensräume und geben der bedrohten Natur eine Stimme. Mit den BirdLife- Naturzentren, -Kursen und -Publikationen bilden wir aus, machen die Natur hautnah erlebbar und begeistern für ihre Förderung. Schlägt auch Ihr Herz für die Natur und die Vogelwelt? Engagieren Sie sich im BirdLife-Netzwerk: birdlife.ch/engagement |
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Der Feldhase steht exemplarisch für den Rückgang der Arten im Schweizer Kulturland. Foto: Michael Gerber Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden. |
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Auskünfte
Jonas Schälle, Projektleiter Landwirtschaft, 044 457 70 26, jonas.schaelle@birdlife.ch






