Vögel im Winter: schweizweite Vogelzählung hat stattgefunden

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 13.1.2026

Am vergangenen Wochenende haben trotz wechselhaftem Wetter rund 5000 Personen in der ganzen Schweiz mitgeholfen, die Vögel des Siedlungsraums zu zählen. Dabei haben sie insgesamt rund 136'000 Vögel entdeckt. Die rekordhohe Beteiligung entspricht dem Trend der letzten Jahre: Immer mehr Menschen beobachten und zählen Vögel. Es macht Spass und ermöglicht Naturerlebnisse. Insbesondere, wenn die Gärten naturnah gestaltet sind und entsprechend viele Vogelarten anlocken.

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Der jüngste Wintereinbruch hat dafür gesorgt, dass am vergangenen Wochenende die Vögel vermehrt den Siedlungsraum aufgesucht haben. Dies zeigen die Beobachtungen an der nationalen Zählaktion «Stunde der Wintervögel»: Arten wie die Wacholderdrossel oder der Buchfink, die ansonsten bevorzugt im Agrarland oder im Wald leben, wurden im Vergleich zum letzten Jahr häufiger und insbesondere in grösseren Trupps gemeldet. Auch bei den Dohlen oder den Bergfinken – hübsche Gäste aus Nordeuropa – konnten grössere Trupps gesichtet werden. Der Buntspecht, der im letzten Jahr in rund 20 % der Gärten gesichtet worden war, kam in diesem Jahr in fast jedem dritten Garten vor, aus dem Beobachtungen gemeldet wurden.

Gerade wenn Schnee und Eis die Nahrungssuche erschweren, ist der Siedlungsraum mit seinen kleinräumigen Strukturen für die Vögel attraktiv, um an Futter zu gelangen. Voraussetzung dafür sind jedoch Gärten und Parks mit einheimischer Vegetation und vielen naturnahen Strukturen, die für die Tiere als Überwinterungsplätze und Futterstellen dienen. BirdLife Schweiz setzt sich unter anderem mit Beobachtungsaktionen wie der «Stunde der Wintervögel» dafür ein, dass mehr einheimische Pflanzen und mehr naturnahe Strukturen bei Gartenbesitzenden, Immobilienbewirtschaftenden und auch in den Gemeinden zur gängigen Praxis werden.
 
Die Biodiversität ist in der Schweiz besonders stark bedroht, unsere Roten Listen sind proportional länger als diejenigen all unserer Nachbarländer. «Langfristig können wir die Vogelwelt und die Biodiversität insgesamt nur erhalten, wenn wir in allen Habitaten für wertvolle Lebensräume sorgen, also im Kulturland, im Siedlungsraum, in Feuchtgebieten oder auch im Wald», betont Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. BirdLife engagiert sich deshalb in zahlreichen Projekten für die Schaffung solcher Lebensräume und damit für die Förderung der Biodiversität und gefährdeter Arten. Aber auch im Kleinen kann jede und jeder im eigenen Garten mit einheimischen Bäumen, Büschen oder Blumenwiesen zur Förderung der Biodiversität beitragen. Sogar ein kleiner Balkon mit einheimischen Blumen trägt dazu bei. Heute ist die Biodiversität im Siedlungsraum vielerorts bereits höher als im intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet. Und es besteht weiterhin viel Potenzial für ihre Förderung.

Überraschungen der Wintervogelzählung

Der am häufigsten gezählte Vogel am letzten Wochenende ist wiederum der Haussperling (22'721 Individuen), gefolgt von der Kohlmeise (13'671 Ind.) und der Rabenkrähe (12'799 Ind.). Dies entspricht den Erwartungen der Vogelexpert/innen. «Wir beobachten seit Jahren eine Konzentration auf wenige anspruchslose Arten. Lebensraum-Spezialisten hingegen werden immer seltener. Daher überraschen die Plätze eins bis drei nicht», erklärt Raffael Ayé. Meldungen von über 2700 Stieglitzen oder 316 Zaunkönigen, die Sämereien bzw. naturnahe Strukturen wie z. B. Asthaufen benötigen, zeigen jedoch, dass die naturnahe Gartenpflege bereits an einigen Orten praktiziert wird. «Davon brauchen wir mehr!»

Die vollständigen Ergebnisse sind in Tabellen- oder Kartenform unter stunde-der-wintervoegel.ch zu finden.

BirdLife-Kurse – ein guter Einstieg in die Naturbeobachtung

Die weltweit grösste Naturschutzorganisation BirdLife setzt denn auch in der Schweiz auf Information und Ausbildung. Gerade für den Einstieg in die Naturbeobachtung eignen sich die Grundkurse der Ornithologie, die von BirdLife-Naturschutzvereinen angeboten werden. In wenigen Stunden Theorie und durch Rundgänge in der Natur werden so Interessierte über die Lebensraumbedürfnisse von Vögeln und damit auch an die Beobachtung ganzer Lebensgemeinschaften herangeführt. «Dass die Vogelbeobachtung in den letzten Jahren zu einem regelrechten Trend geworden ist, merken wir auch an der Beteiligung an diesen Kursen», erklärt Raffael Ayé. Die aktuell ausgeschriebenen Angebote sind rasch ausgebucht. Und auch die Beteiligung an der gerade abgeschlossenen Aktion «Stunde der Wintervögel» mit knapp 5000 Teilnehmenden bestätigt das grosse Interesse.

Ergebnisse der Stunde der Wintervögel: stunde-der-wintervoegel.ch

Das Kursangebot und viele weitere Angebote finden Sie unter birdlife.ch/bildung

Informationen dazu, was Sie im Siedlungsraum für die Natur machen können, finden Sie unter birdlife.ch/garten
 

Gemeinsam für die Biodiversität – lokal bis weltweit

BirdLife Schweiz engagiert sich mit viel Herzblut und Fachwissen für die Natur. Gemeinsam mit unseren 72’000 Mitgliedern, 430 lokalen BirdLife-Naturschutzvereinen und 19 Kantonalverbänden packen wir auf allen Ebenen für die Natur an.

Wir fördern gefährdete Arten wie Steinkauz oder Eisvogel sowie ihre Lebensräume und geben der bedrohten Natur eine Stimme. Mit den BirdLife- Naturzentren, -Kursen und -Publikationen bilden wir aus, machen die Natur hautnah erlebbar und begeistern für ihre Förderung.

Schlägt auch Ihr Herz für die Natur und die Vogelwelt? Engagieren Sie sich im BirdLife-Netzwerk: birdlife.ch/engagement

 


Bilder

Wurde an der Stunde der Wintervögel am häufigten gezählt: der Haussperling.

Foto: Chris Venetz

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Der Bergfink ist bei uns ein Wintergast aus dem hohen Norden. Er sucht vorzugsweise nach Buchennüsschen und kam an der Stunde der Wintervögel auch in die Gärten.

Foto: Michael Gerber

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Der Gartenbaumläufer kommt gerne in Gärten mit alten Bäumen.

Foto: Chris Venetz

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Der Grünfink hatte in den letzten Jahren einen schweren Stand: Die Bestände haben stark abgenommen.

Foto: Michael Gerber

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Vielleicht der bunteste Gartenbewohner: der Stieglitz oder Distelfink. Er ist auf Sämereien von einheimischen Pflanzen angewiesen.

Foto: Michael Gerber

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Vögel beobachten macht auch im Winter Spass.

Foto: BirdLife Österreich

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Rund 5000 Menschen haben in der Schweiz an der Stunde der Wintervögel teilgenommen.

Foto: BirdLife Österreich

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Bereits singen die ersten Vögel, auch mitten in der Stadt.

Foto: Lisa Lugerbauer

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Aktion «Stunde der Wintervögel» und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.

 


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Auskünfte

Ann Walter, Projektleiterin Stunde der Wintervögel, ann.walter@birdlife.ch, Tel. ‭079 752 57 44‬