Scheibe

Fallen und Hindernisse für Tiere entschärfen

Unsere Siedlungen können mit einer naturnahen Grünraumgestaltung und einem angepassten Unterhalt vielen Tieren einen geeigneten Lebensraum bieten. Doch bergen unsere Dörfer und Städte, sowie die Infrastrukturen in der Landschaft auch einige Fallen und Hindernisse für die Tiere. Meistens können sie mit einfachen Massnahmen behoben werden.

Transparente oder spiegelnde Glasflächen, Schwimmbecken, Lichtschächte, Kellertreppen, Kamine, Mauern und Zäune sind einige der Fallen und Hindernisse, die wir den Tieren meist ungewollt in den Lebensraum stellen. Wir zeigen auf, wie diese Fallen entschärft werden können.
     


Kollisionen an Glasflächen


Kamin

Für Vögel und Fledermäuse kann der Kamin zur Falle werden. Kaminhüte oder fachmännisch angebrachte Gitter schaffen Abhilfe.

  


Ernteschutznetze / Rebnetze


Lichtverschmutzung

Übermässige nächtliche Beleuchtung bringt Zugvögel von ihrem Kurs ab, entzieht Insekten zu Millionen aus ihrem natürlichen Habitat und beeinträchtigt den Lebensraum von nachtaktiven Arten.

  


Brutplätze an Gebäuden / bei Gebäuderenovationen

Gebäude bieten einigen Tierarten gute Brutplätze. Mauersegler brüten in Öffnungen unter den Ziegeln, Fledermäuse haben ihre Kolonien im Dachstock und Mehlschwalben bauen ihre Nester unter dem Vordach. Renovationen müssen gemäss Gesetz ausserhalb der Brutzeit durchgeführt werden und es ist darauf zu achten, dass die Öffnungen zu den Brutplätze bestehen bleiben oder geeigneter Ersatz, z. B. in Form von Nisthilfen, angeboten wird.

Bei Anwesenheit von Tieren am/im Haus im Vorfeld einer Renovation: einen Spezialisten der Tiergruppe bzw. die lokale BirdLife-Sektion kontaktieren!

  


Unterhalt von Gärten und Böschungen

Ein angepasster Unterhalt der Gärten und der Böschungen entlang von Verkehrsinfrastruktur verhindert, dass die dort lebenden Tiere zu Schaden kommen.

Gartenunterhalt:

  • Möglichst auf Mähroboter verzichten oder diese zumindest nachts abschalten
  • Vor dem Schnitt von hohem Gras auf die Anwesenheit von Tieren kontrollieren
  • Bereiche mit hohem Gras als Rückzug im Garten stehen lassen

Böschungen:

  • Böschungen erst ab August/September schneiden
  • Schnitthöhe 10 cm über Boden
  • 20% der Fläche abwechslungsweise als Überwinterungsräume stehen lassen
  • Gras vor Ort trocknen und dann abführen
  • kein Mulchen oder Absaugen

Allgemein:

  • Hecken- und Baumschnitt ausserhalb der Brutzeit
  • Baumfällen ausserhalb der Brutzeit, bei Höhlenbäumen auf überwinternde Fledermäuse kontrollieren
  • Keine Pestizide

  


Dolen

Besonders Amphibien, aber auch andere Kleintiere, fallen in Dolen und verenden spätestens in der nächsten Kläranlage.

Lösungen:

  • Als Austiegshilfe Lochblech schräg in der Dole anbringen

  


Weitere Informationen und Materialien

  
Bilder: BirdLife Schweiz