Tag der Umwelt: Klima- und Biodiversitätskrise gemeinsam angehen

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 4.06.2026

Zum internationalen Tag der Umwelt erinnert BirdLife an die Notwendigkeit, die Biodiversitäts- und Klimakrise gemeinsam anzugehen. Nur mit einem stark verbesserten Schutz der Biodiversität und der Ökosysteme können wir die Klimakrise bewältigen, denn intakte Ökosysteme sind für den Klimaschutz zwingend notwendig.

Am 5. Juni wird jährlich der Weltumwelttag begangen. Eine vielfältige und stabile Umwelt ist Voraussetzung für das menschliche Wohlergehen. Der diesjährige Tag der Umwelt ruft deshalb unter dem Motto «climate action» zum Handeln auf: Der vom Menschen verursachte Klimawandel stellt eine zunehmende Gefahr für uns Menschen dar, sei es durch Dürren, Überschwemmungen, Extremwetterereignisse oder Bergrutsche. Der ebenfalls durch menschliche Aktivität bedingte Verlust der Biodiversität führt zusätzlich zur Destabilisierung von Ökosystemen – die beiden Krisen bedingen sich gegenseitig. Höchste Zeit, die Herausforderungen des Klimawandels und der Biodiversitätskrise gemeinsam anzugehen, denn intakte Ökosysteme reduzieren Dürren, Überschwemmungen und Erosion. Ohne einen gegenüber heute stark verbesserten Schutz der Biodiversität und der Ökosysteme können wir die Klimakrise nicht bewältigen.

Grosse Bedeutung von intakten Ökosystemen für Klimaschutz und Biodiversität
BirdLife leistet bei der Pflege und Wiederherstellung von Ökosystemen seit Jahren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, z.B. durch die Wiederherstellung von Flachmooren im Neeracherried oder die Kulturlandaufwertungen im Grossen Moos. Gesunde Ökosysteme können riesige Mengen an CO2 binden und Extremwetterereignisse abmildern. Beeinträchtigte Ökosysteme wie entwässerte Moore geben hingegen CO2 ab und beschleunigen dadurch den Klimawandel. Der wirksame Schutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen sind zudem sehr wichtig hinsichtlich der Anpassungen an den Klimawandel. Intakte Ökosysteme wie Feuchtgebiete oder artenreiche Wälder dienen bei Starkniederschlägen als Puffer und Wasserspeicher für trockene Perioden. So reduzieren die Ökosysteme sowohl Überschwemmungen als auch Dürren.

Gemeinsame Antworten finden
Klima und Biodiversität bedingen sich gegenseitig, Massnahmen zu deren Schutz müssen deshalb gemeinsam gedacht werden. BirdLife Schweiz zeigt mit vielen praktischen Beispielen, wie sich solche Win-Win-Wirkungen auf der Fläche erzielen lassen. «Aufgrund von Klima- und Biodiversitätskrise kommen Instabilität und Gefahren auf die Bevölkerung der Schweiz zu. Mit einem besseren Schutz der Ökosysteme und Wiederherstellung von Lebensräumen könnten wir noch viel mehr zum Klimaschutz und den Anpassungen an den Klimawandel beitragen», sagt Raffael Ayé. «Politik und Behörden verwehren der Natur bisher die notwendigen personellen, finanziellen und weiteren Ressourcen für positive Änderungen im grossen Stil.»

Gemeinsam für die Biodiversität – lokal bis weltweit

BirdLife Schweiz engagiert sich mit viel Herzblut und Fachwissen für die Natur. Gemeinsam mit unseren 72’000 Mitgliedern, 430 lokalen BirdLife-Naturschutzvereinen und 19 Kantonalverbänden packen wir auf allen Ebenen für die Natur an.

Wir fördern gefährdete Arten wie Steinkauz oder Eisvogel sowie ihre Lebensräume und geben der bedrohten Natur eine Stimme. Mit den BirdLife- Naturzentren, -Kursen und -Publikationen bilden wir aus, machen die Natur hautnah erlebbar und begeistern für ihre Förderung.

Schlägt auch Ihr Herz für die Natur und die Vogelwelt? Engagieren Sie sich im BirdLife-Netzwerk: birdlife.ch/engagement

 


Bilder

Mit dem Erstellen von Spundwänden können drainierte Flächen wiedervernässt werden. Artenreiche Feuchtwiesen können entstehen oder wiederhergestellt werden und gleichzeitig wirkt das Anheben des Wasserspiegels gegen Emissionen von Klimagasen aus dem Boden.

Foto: Nicolas Stettler

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Im 102 ha grossen Neeracherried (ZH), einem Flachmoor von nationaler Bedeutung, setzen sich BirdLife Schweiz, die Ala und der Kanton Zürich gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden für Schutz und Aufwertung des Rieds ein – zugunsten von Biodiversität und Klima.

Foto: BirdLife Schweiz

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Im Grossen Moos hat BirdLife Schweiz die erste «Kiebitz-Insel» der Schweiz aufgebaut – ein erfolgreiches Pilotprojekt, das zum Nachahmen anregen soll. Der Ausstoss von klimaschädlichen Gasen wird durch das Wiedervernässen der Ackerflächen reduziert und Kiebitze finden hier geeignete Brutplätze.

Foto: BirdLife Schweiz

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Auskünfte

Anne-Lena Wahl, Projektleiterin Ökologische Infrastruktur, BirdLife Schweiz, anne-lena.wahl@birdlife.ch, Tel. 078 758 56 98