Vogel des Jahres 2026: Jetzt den Eisvogel beim Brüten beobachten

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 8.07.2026

Der Eisvogel ist der Vogel des Jahres 2026. Wer das farbenprächtige «fliegende Juwel» in seinem natürlichen Lebensraum erleben möchte, hat jetzt die beste Gelegenheit da-zu: In den BirdLife-Naturzentren La Sauge und Klingnauer Stausee brüten derzeit Eis-vögel. Von speziell eingerichteten Beobachtungshütten aus können Besucherinnen und Besucher die Vögel aus nächster Nähe beobachten – ohne sie dabei zu stören.

Die Wahl zum Vogel des Jahres 2026 lenkt den Blick auf einen Lebensraum, der in der Schweiz selten geworden ist: Der Eisvogel ist auf saubere, fischreiche Gewässer mit naturnahen Ufern angewiesen. Dort findet er Nahrung, geeignete Sitzwarten für die Jagd und steile Ufer, in denen er seine Bruthöhlen anlegt. Doch weil fast alle Flüsse und Bäche verbaut wurden, fehlen solche Lebensräume heute vielerorts: Nur 400 bis 600 Paare des Eisvogels werden schweizweit noch gezählt und die Art steht auf der Roten Liste.

Ein guter Moment, die Eisvögel zu beobachten
Um den Eisvogel zu fördern, hat BirdLife Schweiz daher ein Artenförderprojekt gestartet. In des-sen Rahmen schuf der Verband in den Aussenbereichen der BirdLife-Naturzentren La Sauge und Klingnauer Stausee künstliche Brutwände. Diese werden von den Eisvögeln seit Beginn er-folgreich genutzt. Dank Beobachtungshütten können die Besuchenden der Naturzentren live dabei sein, wenn die fliegenden Juwelen balzen, ihre Jungen füttern oder kleine Fische fangen. Jetzt ist ein besonders guter Moment, die BirdLife-Naturzentren zu besuchen und auf die Pirsch zu gehen. Ein einmaliges Erlebnis, das jedes Jahr mehrere Tausend Besucher/innen begeistert!

Die Brutsaison dauert im Idealfall noch bis in den September. Eisvögel ziehen in günstigen Jah-ren bis zu drei Bruten auf. Das Ausbrüten der Eier dauert 19-21 Tage, danach werden die Jung-vögel in der Brutkammer bis zu 28 Tage gefüttert. Erst wenn sie flügge sind, kommen die Jung-vögel aus der Brutröhre. Sie halten sich in der Regel aber nur kurz im Revier der Eltern auf und suchen sich sehr schnell ein eigenes Revier. Am einfachsten zu erkennen sind sie übrigens an ihren Füssen: Diese sind dunkel gefärbt, während adulte Eisvögel zur Brutzeit leuchtend orange Füsse haben.

Wer mehr über den Vogel des Jahres erfahren möchte, kann in den BirdLife-Naturzentren öf-fentliche Führungen, Gruppenangebote und Workshops für Schulklassen besuchen. Dabei er-fahren die Teilnehmenden Spannendes über die Lebensweise des Eisvogels und die Bedeutung naturnaher Gewässer – und mit etwas Glück lässt sich das «fliegende Juwel» live beobachten.

Engagement für die Lebensräume des Eisvogels
BirdLife Schweiz setzt sich aber nicht nur mit dem Artenförderprojekt für den Vogel des Jahres ein. Der Verband engagiert sich lokal, kantonal und national für die Renaturierung begradigter Gewässer, damit wieder strukturreiche Ufer, Flachwasserzonen und geeignete Lebensräume für Fische entstehen. Wo natürliche Steilufer fehlen, unterstützt die Organisation zudem die Schaffung oder Freilegung von Brutwänden, in denen der Eisvogel seine Brutröhren anlegen kann.

Neben diesen konkreten Schutzmassnahmen vor Ort setzt sich BirdLife auch auf politischer Ebene für den Erhalt und die Revitalisierung von Gewässern ein. Die Organisation begleitet Re-naturierungsprojekte fachlich und fordert eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorga-ben zum Gewässerschutz. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Bevölkerung: Mit Kam-pagnen wie der Wahl des Eisvogels zum «Vogel des Jahres 2026» macht BirdLife auf die Be-deutung intakter Fluss- und Bachlandschaften aufmerksam und zeigt, dass der Schutz des Eis-vogels gleichzeitig zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten zugutekommt.

Weitere Informationen:

BirdLife-Naturzentren: Öffnungszeiten

  • BirdLife-Naturzentrum La Sauge (mit Eisvogelbrutwand): Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen 9 bis 18 Uhr
  • BirdLife-Naturzentrum Klingnauer Stausee (mit Eisvogelbrutwand): Mitwoch und Freitag 13–18 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 9–18 Uhr 
  • BirdLife-Naturzentrum Neeracherried: Mittwoch 14–20 Uhr; Samstag 10–18 Uhr; Sonntag/Feiertage (1. August) 8–18 Uhr
  • Naturzentrum Pfäffikersee: Mittwoch 13–17 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 10–17 Uhr, Betriebsferien: 11.–26. Juli 2026

 


Images

Der Eisvogel braucht klare, fischreiche Gewässer mit steilen Uferwänden, in die er seine Brutröhren graben kann.

Foto: Carl'Antonio Balzari

Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung und unter korrekter Angabe des Fotografen verwendet werden.


Eisvogel-Bruten – hier ein Jungvogel, erkennbar an den dunklen Füssen – sind in der Schweiz mit der Verbauung der Fliessgewässer selten geworden.

Foto: Carl'Antonio Balzari

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Über den grossen Teich gebaut, erlaubt der Hide im Naturzentrum Klingnauer Stauseeeinen Blick auf die Brutwand des Eisvogels, ohne diesen zu stören. 

Foto: BirdLife Schweiz

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Fütterungen eines Jungtiers. Diese kann man an den Füssen erkennen: Leuchten sie kräftig orange, ist es ein Altvogel. Sind sie eher bräunlich, ist es ein Jungvogel.

Foto: Renate-Delphis

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Contact

  • BirdLife-Naturzentrum La Sauge: Delphine Peter-Devenoges, Leiterin BirdLife-Naturzentrum La Sauge, delphine.peter-devenoges@birdlife.ch, Tel. 026 677 03 77
  • BirdLife-Naturzentrum Klingnauer Stausee: Petra Zajec, Leiterin BirdLife-Naturzentrum Klingnauer Stausee, petra.zajec@birdlife.ch, Tel. 056 268 70 60